Prix Laurence - Bettembourg Prix Laurence 2018 - Luxembourg
 loading...

Prix Laurence 2018

Peter Vanessa - Der gefallene Engel



 

Manchmal braucht diese Welt nicht einen weiteren Helden. Hin und wieder ist es ein Monster, was sie braucht, um ihr zu zeigen, wie die Menschen sind. Du nennst mich den Teufel, doch wir wissen beide, dass ich bloß ein gefallener Engel bin. Du hast mir meine Flügel rausgerissen. Das Blut tropfte meinen Rücken hinunter, als ich meine Seele dann wirklich dem Teufel verkauft habe. Du bist Schuld.

Das blutrote gebrochene Siegel mit dem fallenden Engel prangt auf dem geöffneten Brief. Der Leser fasst seine Krone an um sicherzustellen, dass sie noch da ist. Er sieht aus dem Fenster hinunter in das Königreich, das seit kurzem ihm gehört. Es wird bald brennen, wenn er nichts unternimmt. In der Mitte findet in diesem Moment der große Markt statt. Die Menschen drängen sich an den Ständen vorbei und handeln um jeden Preis. Durch das geöffnete Fenster hört er das Wiehern der Pferde und das Lachen der Kinder. Nur leise hört er einen Mann Dudelsack spielen und sieht Frauen die im Kreis zu der frohen Musik tanzen. Er versucht ruhig zu bleiben, als König ist es seine Pflicht. Er ist der König. Noch nicht lange, doch er hat sich das genommen was er wollte, den Thron und die Macht. Hat alles in Kauf genommen um sein Ziel zu erreichen. Es gab keine Grenzen für ihn, doch es wird Konsequenzen geben. Sein Bruder verabscheut ihn. Denn er hat seinem Bruder Liam alles genommen. Auf seinem Schreibtisch liegt die silberne Kette. Sie gehörte der Frau, die Liam wahrhaftig geliebt hat. Er nimmt sie und öffnet das Medaillon innen befindet sich eine kleine Zeichnung von ihr und seinem Bruder. Liam hält sie fest ihm Arm. Jetzt ist sie nur noch eine Erinnerung, weil er König sein wollte und sie aus dem Leben reißen musste. Er legt es wieder hin und liest den Brief weiter. 

Du dachtest, du wärst auf der Welt um den Himmel zu ersteigen. Du hattest schon immer nur ein einziges Ziel. Dabei hast du nicht auf mich geachtet, einen einfachen Menschen, der wahrhaftig geliebt hat. In den tiefen deines schwarzen kalten Herzen hast du gedacht du ersteigst den Himmel dort oben stellst du deinen Thron auf. Es ist dir gelungen. Ich bereue jeden Tag dich nicht in die Hölle geschickt zu haben, als ich noch ein Engel mit Flügeln war. Du hast mir meine weißen unschuldigen Flügel genommen. Meine Klauen hast du aber vergessen. Ich will Rache, denn du hast mir alles genommen um dein eigenes Ziel zu erreichen. Was du getan hast werde ich dir niemals verzeihen. Du wolltest Gott spielen, doch der bist du nicht, - der bist du nicht. Hast dir die Liebe genommen. Jedoch hast du sie nur als Treppe um in den Himmel zu kommen benutzt. Nie wirklich geliebt, war nur Mittel zum Zweck. Eine Sache, der du nicht würdig bist. Du warst feige. Hast es nicht mal selbst getan. Als Schlange warst du die Quelle für das Gift. Der Befehl kam von dir. Beim Essen in froher Gesellschaft hast du deinen Diener die schmutzige Arbeit erledigen lassen. Die Trauer in deinem Gesicht nur ein Schauspiel, dennoch glaubte dir jeder - außer mir. Niemand konnte dein zweites Gesicht sehen, aber ich sah es, wieder und wieder. Mit jedem Mal wurde die Abscheu größer. Du hast die Gefahr, die von mir ausging gesehen und hast getan was du immer tust. Sie aus dem Weg räumen, statt sich ihr zu stellen, denn das ist so viel einfacher. Ich stelle mich nun der Gefahr, all meinen Fehlern und Sünden, die ich begangen habe. Ich weiß es sind einige und ich bereue sie alle. Trotzdem sind deine viel zahlreicher. 

Du bist mein Blut und ich bin dein Blut. Wir werden nicht gemeinsam untergehen. Nein. Du wirst mich nicht zerstören können. Ich werde kommen und dich zerstören. Heiliges Wasser wird dir nicht helfen, tausend Armeen werden mich nicht fernhalten. Ich will nicht deine Macht oder dein Geld. Deine Krone will ich auch nicht. Meine Rache kommt. Ich werde kommen und dein Königreich niederbrennen. Ich werde zusehen wie deine mit Edelsteinen bestückte Krone auf den Boden fällt und das Feuer sie auffrisst. Deine Schreie werde ich hören und meine langersehnte Rache wird sich erfüllen. Den aufsteigenden Rauch werde ich riechen und wissen, dass die Gerechtigkeit gesiegt hat. Du kennst mich. Du weißt wer ich bin, was ich will und was du mir genommen hast. 

Die Strahlen der Sonne erreichen nur noch die oberen Türme. Im Hof ist es bereits dunkel und die Ablösung der Wachen findet wie jeden Abend um die gleiche Uhrzeit statt. Im Dunkeln macht sich der gefallene Engel auf den Weg in das einzige Gasthaus das es gibt. Die Kapuze tief im Gesicht und schwarz gekleidet so dass niemand die Wunden sehen kann, die er mit sich trägt. Schnell und leichtfüßig verteilt er die Flugblätter, drückt jedem eins in die Hand. Auf ihnen hat er die Worte: „Der König ist ein Mörder. Verschwindet aus seinem Reich sonst werdet ihr brennen wie er.“ nieder geschrieben. Die Menschen glauben ihm ohne es zu hinterfragen, denn den Text hat er mit seiner letzten Feder verfasst. Das Wort des Engels glauben sie und verschwinden aus dem Gasthaus. Bloß ein kleines Mädchen bleibt übrig sie geht zu ihm hin und fragt: „Wieso müssen wir gehen?“. „Du musst dieses Reich mit deinen Eltern verlassen. Denn ein Engel wird nun Rache nehmen und zum wahren Teufel werden. Lauf Kleines und rette dich.“ 

Nachdem das kleine Mädchen weg gerannt ist schreitet er in die Mitte des Hofes wo es genug Holz und Stroh gibt um alles niederzubrennen. Der gefallene Engel nimmt sein Streichholz und zündet es an. Er betrachtet die kleine wunderschöne Flamme, die nun seine Rache sein wird. Er lässt es fallen und sieht zu wie Stroh und Holz brennen. Die Flammen beginnen bereits an den Türmen zu züngeln, als die Wachen verzweifelt versuchen das Feuer, das sich ausbreitet zu löschen. Doch diese Aufgabe ist ihnen nicht bestimmt, niemandem. Der Engel ohne Flügel wird nun zum wahren Teufel und steht inmitten des Feuers. Er sieht wie es sich den Weg zu den Zimmern hochfrisst um zu seinem Ziel zu gelangen. Im Fenster des Königsgemachs sieht er ihn. Die Schlange, die sein Leben nahm und deren Angst deutlich zu sehen ist. Er wird jetzt dafür büßen. Die Flammen lecken an des einstigen Engels Haut, doch sie tun ihm nichts, denn sie gehorchen seinem Befehl der Rache. Das Feuer, es tanzt. Die Flammen flüstern den Namen der Schlange und bewegen sich zischend auf ihn zu. Sie fressen ihn auf. Seine gequälten Schreie erfüllen die Nacht und seine mit Edelsteinen bestückte Krone fällt zu Boden. Er ist umhüllt von den Flammen, die an ihm lecken und ihn zu Boden gehen lassen bis er seinen letzten Atemzug macht. Den Rauch in der Luft riecht der wahre Teufel und sieht wie er die Nacht verdunkelt. Die Flammen, sie flüstern: Nun ist es getan. 

 

 




ageschéckt den: 14:11 Fri, 16 March 2018 vum: Peter Vanessa

Zeréck

Prix Laurence 2018

Peter Vanessa - The dark night that called for a soul



 

It was a cold dark night, the last dance with the ghosts in October. There were red plastic beer cups all over the little apartment, where senior year students were dancing the night away. The dimmed light created its own atmosphere. Other students gossiped and talked about their exams, which would decide their future. Although after this night nothing of that would be of importance anymore. It just needs one night for everything to change and no one really will remember what happened. That night Will Henderson lost everything. His soul now resides in heaven or in hell, nobody knows. No one can explain his death. One moment he was alive, the next he lay there on the ground of the streets in Edinburgh. Young adults turned into curious children running onto balcony looking at the dead body on the street. His girlfriend was screaming and crying, she wanted to jump, follow the boy whom her heart belonged to. Her friends stopped her with vitreous and disbelieving eyes. It started to rain, they ran inside and the soberest one of them called the police. Blue and red colors and the siren of the police cars filled the dark night that had called for a soul.

He died, it’s just another tragic story, but no one knows how it happened, except Lucas Brooks. He and Will were on the balcony, having a talk between boys. Nobody thought about the cause of his death just about the fact that they lost a friend of whom they had thought would live happily ever after. However, it was his destiny to lose his life in that night. The police investigated the case and his death was ruled as a suicide. 

Someone was able to video tape Wills death. He threw something into Lucas red cup and jumped over the balustrade. Will died immediately, he felt nothing at all. When the ambulance arrived, they immediately pronounced him dead as he wasn’t breathing, there was no pulse. 

He fell into an endless sleep. But his girlfriend could not sleep anymore. Evelyn cried until there were no more tears. Every time she closes her eyes she sees him die. She cannot forget his face and the way his body lay on the ground of the street. The jukebox in the Background played a slow song while she was crying and screaming through the night until the sun came up. She was the only one who could not believe the lie that was this suicide. Every night before she cries herself to sleep she thinks of the course of the night when she lost her heart. Over and over she comes to the decision that there is something that she does not know which could change the whole night. Every day, before heading towards her college she goes with little steps to the place where the suicide happened, which was also Wills home. It was a place full of unforgettable beautiful moments that were now being overshadowed by his death. Evelyn needs to find the answers to the mystery her boyfriend has left, and she is trying to fill the hole in her heart. 

Evelyn is looking for some sort of a suicide letter, that could prove that he really wanted to die, and it was not an accident. So far no one has cleaned up the apartment, everything is still the same. The sun is rising while she goes to the balcony and she tells herself that it is the last time she is trying to figure out everything. Suddenly, she remembers a little detail in the video of his “suicide” as the police call it. Will had thrown something in Lucas cup. Her hands start to shake while she searches the cup with the answer to everything she can think of. There lies the spilled cup Lucas dropped when Will jumped. With a harsh move she takes the cup, she breaths three times in and out and looks inside. Her heart is full of hope that is destroyed as she realizes it is empty. But there is a little spark of hope left, maybe Lucas had taken it. She runs out of the apartment to the college. The corridors are full of people, so she decides to ask anyone where Lucas is. 

He has a piece of the puzzle she needs to solve. The bell rings and the students are taking their seats in the different rooms. Then Evelyn remembers that on Thursday morning she has ethics course with Lucas. As fast as she could she sprints to where she can find Lucas. In the ethics course room, she searches for bright green eyes and he is already sitting at his normal spot wearing black clothes, like Evelyn. She goes to him and whispers “I know Will threw something into your beer cup before he jumped. Give it to me.” Lucas answers with a quit voice “I don’t know what you mean. Sit next to me the professor is coming!” Evelyn sits down next to him “You are hiding something. I can see it in your eyes, your poker face is good, but your eyes will always tell the truth. Tell me what he gave you, please Lucas, I need to find out what happened.” 

Suddenly, the professor snarled with a loud voice “Everyone who is not interested in ethics and doesn’t want to follow the course can go now.” “Damn it”, says Lucas “Come with me.” They walk out of the course and tell the professor that Evelyn doesn’t feel very well, and that Lucas will take her home. They go to their favorite park and without saying anything he passes her a piece of paper that has beer stains all over with a barely legible writing scrawled on it.

“Lucas, I am so sorry to have to burden you with this, but I have to. I want you to take care of Evelyn. Please don’t show her this or she will feel responsible for it. But she isn’t, it’s my decision. You must know the truth, but don’t do anything stupid. I am doing this to save lives not because I want to die. He called me, threatening that if I don’t jump, he will shoot everyone in this place. Except Evelyn. He will do anything for his daughter. He is at the apartment on the other side of the street and has a gun. I am so sorry, I hope you can forgive me… Tell Evelyn that I will always love her.”

Slowly the tears are running down her cheeks as she realises what her father did, thinking that he would have protected her but instead of killing her too. 

 




ageschéckt den: 14:14 Fri, 16 March 2018 vum: Peter Vanessa

Zeréck

Matmaachen

Maach elo hei mat
beim PRIX LAURENCE 2019


bis den 18. Mäerz 2019.

 

Mäin Text eraschécken

Recherche

Neiegkeeten

Wéi kann ech matmaachen?

 

 

LiteraTour 2018


vum 19. bis den 29. Abrëll 2018
zu Beetebuerg

De Lies-Festival fir Iech all!
11 Deeg BeeteBuerg - BicherBuerg


6. Editioun vum LiteraTour a
4. Editioun vum Prix Laurence


E schéine Succès!

Prix Laurence 2019
hei, vum nächste Juni un!

Elo do:
D'Anthologie mat de Finalisten a Laureaten vum Prix Laurence 2017.
Dir kritt se op der Gemeng Beetebuerg.

Och nach ze kréien:
D'Anthologie mat de Laureaten vun 2015 an 2016!

www.literatour.lu

*  *  *

Kleng Lecture, déi Iech vläicht weiderbréngt:


HELMUT BÖTTIGER

-  Wir sagen uns Dunkles
Die Liebesgeschichte zwischen
Ingeborg Bachmann und Paul Celan
DVA, 2017


LIZE SPIT

-  Und es schmilzt
Roman, S. Fischer, 2017


JÜRGEN BECKER

-  Graugänse über Toronto
Journalgedicht, Suhrkamp, 2017


LILY BRETT

-  Wenn wir bleiben könnten
Ausgewählte Gedichte, englisch & deutsch
insel verlag, 2014


CHARLES SIMIC

-  Picknick in der Nacht
Gedichte, Hanser, 2016


SERHIJ ZHADAN

-  Warum ich nicht im Netz bin
Gedichte und Prosa aus dem Krieg
Suhrkamp, 2016


HAIKU ANTHOLOGIE

-  Hrsgb. H. J. Balmes
Fischer TaschenBibliothek, 2016


KATE TEMPEST

-  Brand New Ancients
Gedichte, Suhrkamp, 2017

-  Hold Your Own
Gedichte, Suhrkamp, 2016

-  Worauf du dich verlassen kannst
Roman, Rowohlt, 2016

LUC SPADA

-  Fass mich an
Beats, Punchlines, Bitchmoves
éd. g. binsfeld, 2017


ISABEL SPIGARELLI

-  Nichts zu danken
Roman, éd. Saint-Paul, 2016


NICO HELMINGER

-  Autopsie
Roman (op lëtz.), Ultimomondo, 2014

-  Abrasch
Poesie, éd. phi, 2013

GEORGES HAUSEMER

-  Fuchs im Aufzug
Erzählungen, capybarabooks, 2017

KREMART

-  Déi 20 kleng Bicher am "Schuber"
aus der Collectioun smart
Erzielungen, éd. Kremart, 2017
 


Auteuren 2018

Archiv

Lescht Texter vum Concours

Carpe Nova Vita

Erageschéckt: 23:46 Mon, 19 March 2018


Wir schreiben das Jahr 2012 seit einem Monat. ...

méi liesen...

Es gibt kein Planet B

Erageschéckt: 23:19 Mon, 19 March 2018


Mutter Erde war grosszügig, man kann nicht klagen

méi liesen...

Unerwartete Begegnung

Erageschéckt: 23:04 Mon, 19 March 2018


"Eine neue Nachricht", meldet mein Handy. ...

méi liesen...