Prix Laurence - Bettembourg Prix Laurence 2020 - Luxembourg
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Prix Laurence 2020

Lang Laetitia - 132 Sommersprossen





Es ist warm. Der Duft von Regen liegt in der Luft und Dampf steigt auf, so wie er nur in diesen Gewittersommernächten aufsteigen kann. Wenn kühle Regentropfen den heißen Asphalt küssen und dann miteinander agieren so dass etwas Neues entsteht. Du schaust mir in die Augen, lächelst und wir gehen. In die Dunkelheit dieses lauwarmen Sommertags. Du küsst mich, nimmst meine Hand. Schritt für Schritt Richtung 15. Bezirk. Türen werden aufgeschlossen, Wasser läuft in farblose Gläser. Lampen werden angeschaltet und dann doch wieder ausgeknipst, lieber Kerzenschein da sieht man die Gesichter nicht. T-Shirts  werden nach oben geschoben, Hosen nach unten gezogen und Kondome übergezogen. Hände die über Körper gleiten, über Gesichter fahren und Haare berühren. Wind weht durchs Fenster, tanzt mit den weißen Vorhängen. Du liegst da den Kopf verborgen in Kissen mit Mondschein und 132 Sommersprossen. Die deine Schultern schmücken, in unterschiedlichen Formen und Größen und sich dann verlaufen auf deinem Rücken. Es ist nur ein Spiel, unbedeutend und wir sind die Akteure. Das Bühnenbild perfekt, romantisch. Vorhänge und Kerzen tanzen im gleichen Takt, die ersten Sonnenstrahlen beleuchten den Spielplatz vergangener Nacht. Doch ich würde gerne aufstehen, mich anziehen und weglaufen. Laufen in die ersten Sonnenstrahlen, die kühle Morgenluft spüren und dann abtauchen und schreien. Doch ich bleibe. Wie gekettet an die Matratze und unter Decken. Ich schau dich an, wie du schlafend daliegst und leise schnarchst und 132 Sommersprossen. Die ich mit meinen Fingern langsam zu einem Muster verwebe. Wir passen nicht zusammen. Weder äußerlich noch innerlich. Es sind keine Gefühle im Spiel, ich weiß es, doch fällts mir schwer es zu begreifen, denn du warst doch so nett. So zuvorkommend, hast mich noch zugedeckt und deine Hand lag auf meiner Schulter. Aber ich kann das nicht, ich bin nicht gemacht, für diese Momente einer Nacht. Ich kenne mich nicht aus. Soll ich aufstehen und weggehen, dich aufwecken und ansehen, dir etwas schreiben und wenn ja was, vielleicht einfach nur Tschüss. Wer schließt die Tür, wenn ich einfach so geh. Dann höre ich diese Stimme, leise und zart mit dem Namen Hoffnung, die mich fragt, was wenn du mich doch magst?

Denn ich mag dich. Sehr. Diese Verliebtheit, die sich einfach so ohne Vorwarnung anbahnt, deinen Körper einnimmt und sich vor in deinen Geist dringt. Es macht dich so verletzlich, so unglaublich dumm und kontrolllos. Ich hasse es. Dieses hilflose Geschöpf zu sein. Und es macht mich so fertig, diese Unehrlichkeit. Diese Inkohärenz, zwischen Gesagtem und Getue. Du bist dieser Spieler, ein Momentsammler. Gut erzogen. Der noch Tee anbietet und Wörter sagt, die nicht so gemeint sind. Alles, für diesen perfekten Bilderbuch-Moment. Doch ich lerne schnell und bin gewohnt mich anzupassen an diese Gesellschaft, deren Haut mir nicht ganz passt. Die mir zu eng ist und an den Schultern kratzt, weil es so viele Dinge zu beachten gibt und es ständig wechselt und niemand mehr ehrlich ist.

 




ageschéckt den: 11:28 Fri, 7 February 2020 vum: Lang Laetitia

Zeréck

Prix Laurence 2020

Lang Laetitia - Das Rotkehlchen





Das Rotkehlchen, das in das große Wohnzimmerfenster knallte, war das erste. Ihm folgt der Kater, der durch die Nierenprobleme so dünn war, dass seine Haut nur noch von Knochen gehalten wurde. Sein Kopf sah überdimensional groß aus, auf diesem kleinen, ausgemagerten Körper.

Dann kamen die Menschen. Aber und aber Tausende Menschen die jeden Tag davonstarben. Es waren zu viele Körper, die sich nicht mehr bewegen und niemand wusste wohin damit. Tote und Lebende und Tote und Lebende und überall diese Körper und Lesbos brennt. Rot-orangene Flammen lecken über Dächer, drängelt sich unter Dachziegeln bis in die Herzen der Menschen. Die hinter Plastikwänden leben und sich einen Wasserhahn teilen zu aber und aber Tausenden Menschen. Aber Die sind nicht Wir. Um Die kümmern Wir uns später. Denn Wir brennen auch. Und vielleicht sind ja danach alle abgebrannt. Wurden vom Feuer aufgeleckt und Wir brauchen uns nicht mehr darum zu kümmern. Aber was niemand weiß, Die sind Wir und Wir sind Die. Alles nur Menschen und alles nur Körper und alle so unterschiedlich und doch so gleich.

 




ageschéckt den: 11:50 Mon, 4 May 2020 vum: Lang Laetitia

Zeréck

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De Liesfestival LiteraTour invitéiert normalerweis am Abrëll all d’Frënn vum Buch op Beetebuerg. Dat ass dëst Joer net méiglech. Dowéinst kënnt de LiteraTour bei Iech heem – am Livestream iwwert de YouTube– a Facebookaccount vun der Gemeng an den Internetsite literatour.lu!


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Gëtt, wa méiglech, an den Hierscht 2020 verluecht.


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Kleng Lecture, déi Iech vläicht weiderbréngt:


SALLY ROONEY

-  Gespräche mit Freunden
Roman, Luchterhand, 2019


LEIF RANDT

-  Allegro Pastell
Roman, KiWi, 2020


OCEAN VUONG

-  Auf Erden sind wir kurz grandios
Roman, Hanser, 2019

-  Nachthimmel mit Austrittswunden
Gedichte, engl./dtsch., Hanser, 2020


ERNESTO CARDENAL (1925 - 2020)

-  Transitreisender
Gedichte, Peter Hammer Verlag, 2008


TOMAS ESPEDAL

-  Bergeners
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3. Präis beim Prix Laurence 2016


-  Lautlos
Roman, éditions guy binsfeld, 2019


POL SCHMOETTEN

-  Holland träumen
Lyrik, éditions guy binsfeld, 2019


JOSIANE WEBER

-  Marie Adelheid
Eine politische Biografie (1912 - 1919)
éditions guy binsfeld, 2019


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Reisen durch die junge Lyrik Europas

-  Hrsgb. F. Italiano, J. Wagner
Anthologie, Hanser, 2019


POESIE

-  Hrsgb. N. Gomringer, M. Beyer
Anthologie, Voland & Quist, 2018

GRACE PALEY

-  A Grace Paley Reader
Stories, essays, poetry

Farrar, Straus and Giroux, 2017

-  Manchmal kommen ...
Gedichte, Schöffling & Co, 2018

RON PADGETT

-  Die schönsten Streichhölzer der Welt
Englisch - Deutsch, mit den Gedichten
aus Jim Jarmuschs Film Paterson
Dieterich'sche Verlagsbuchhandlung, 2017

STEFFEN POPP (Hrsgb.)

-  Spitzen
Gedichte. Fanbook. Hall of Fame.
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SARAH KIRSCH

-  Sämtliche Gedichte
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Wir haben uns wirklich an allerhand gewöhnt
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GUNTRAM VESPER

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ANTHOLOGIE BEAT ATTITUDE

-  Femmes poètes de la Beat Generation
éditions Bruno Doucey, 2018

TAHA MUHAMMAD ALI

-  An den Ufern der Dunkelheit
Gedichte aus Palästina
Fischer Taschenbuch, 2013


SERHIJ ZHADAN

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