Prix Laurence - Bettembourg Prix Laurence 2020 - Luxembourg
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Prix Laurence 2020

Engel Céline - Keine Zeit





Geht zur Schule, geht zur Arbeit, verdient Euer Glück, denn niemand sonst schreibt Euer Meisterstück. Bleibt dran und gebt nicht auf. In einer Welt wie dieser, scheint es sich leichter zu leben als je zuvor, und doch gibt es die, die sich beschweren.


Menschen mussten einst hungern und Kriege überstehen, während sie jetzt an der Qual der Wahl leiden zwischen fettarmem und veganem Yoghurt oder der Bio-Bonbontüte mit echtem Fruchtsaft. Bin selbst ein Kind dieser Zeit, doch bedenke immer, dass frühere Probleme problemreicher waren. Dies bedeutet nun nicht, dass die Welt, wie sie heute ist, problemlos sei. Immer noch gibt es Länder im Krieg, und diejenigen, die sich weiter entwickelt haben, haben Neuzeit-Probleme. Ja, die Länder der Industrialisierung, der Digitalisierung werden schneller. Die Produktion verläuft schneller, Informationsverteilung direkter und der Alltag hektischer. STRESS. Stress überall, soweit das Auge reicht. Keine Zeit für Höflichkeiten, schon fällt dir die Tür vor der Nase zu. Hunderte von Menschen, alle zu spät aufgestanden, zu spät ins Auto gestiegen, zu spät an der Tür angekommen, wollen schnell, schnell an ihren Arbeitsplatz, da kann man ja eben mal vergessen seinem Nächsten die Tür aufzuhalten. Sind wir denn alle so in Eile? Haben wir denn nicht mal mehr im Alltag die Zeit, unseren Respekt dem andern gegenüber auszudrücken? „Guten Morgen“, „Haben Sie vielen Dank“, „Schönen Tag, wünsch ich Ihnen“. Sind dies Worte einer Sprache, die niemand sonst noch kennt? Selbst Latein ist inzwischen lebendiger als die Sprache der Höflichkeit. Woran das wohl liegen mag?


Keine Zeit, keine Zeit. Läufst Du zum Bus, klingelt das Handy. Eilst Du zum Fastfood, ist die Mittagspause schon vorbei. Zügig, zügig muss es gehen. Investoren wollen Ergebnisse, Dein Chef mehr Kunden und Deinen Kollegen sollst Du auch noch Fragen beantworten. Nun ist schon Deine sechste Kaffeetasse leer, fühlst Dich dennoch als seist Du noch gestern abend kurz vorm einschlafen, und jetzt streikt auch noch der Drucker. Keine Zeit, keine Zeit, der nächste Klient wartet schon auf Dich auf dem zehnten Stockwerk, da kommt es Dir gerade gelegen, dass ausgerechnet heute der Aufzug gewartet wird. Stufen steigen heißt es nun. Das ist die Gelegenheit Deine Fitness unter Beweis zu stellen. Oben angekommen, greifst Du schnauffend zur Wasserflasche und einer Beatmungsmaske, ehe du dir deine Verkäufermaske übers Gesicht streifst um wen Fremdes mit Deinem neuen Produkt zu beeindrucken. Nach zwei Stunden Verhandeln hast Du den Deal in der Tasche. Eifrig und erhobenen Hauptes erzählst Du Deinem Boss, was Du geleistet hast, während er schon auf die Uhr schaut und sich überlegt früher Schluss zu machen. „Weiter so!“, ist seine kurze Beglückwünschung, „Hier haben Sie die nächsten Aufträge.“ Niedergeschlagen drückst Du auf „Annehmen“ als er Dir die Dateien per AirDrop zustellt. Was für ein Leben...

Alle vergessen wir, wie einfach alles schien zu unserer Kinderzeit. Wir kalkulierten nicht die Wahrscheinlichkeit des Erfolgs oder der Niederlage. Wir stritten nicht darüber, wessen Smartphone leistungsfähiger war oder die besten Bilder aufnahm. Jeden Morgen, geweckt von den Strahlen der Sonne, standen wir auf und lebten einen Tag nach dem anderen, ohne zu wissen welcher Tag es war. Freudig lachend liefen wir über Felder und durch Wälder, entdeckten eine Welt, fremd für die Augen aller Erwachsenen. Sahen alles bunter und schöner, fern des Verstandes unserer Eltern. Wie im Traum wurde der Bach zum wilden Fluss, ein Tuch zum Cape und wir somit Helden, und unser Fahrrad wurde zu unserem Rennauto. Unsere Phantasie kannte keine Grenzen. Hinter jeder Ecke warteten Abenteuer, doch dann kamen die Pflichten. Die Jahre verstrichen, die Alterszahl wuchs und die Phantasie erlosch. Das Grau des Alltags griff nach unseren Gliedern und entzog uns die Farben. Lernen, Prüfungen, Studium, Examen, Arbeit, Gehalt. Das ist das Leben. Was erdulden wir auf unserem Wege in Richtung Glück? Wie oft ziehen wir uns die Decke übers Gesicht, wenn uns der Alltag wieder so schwer fiel? Wie viel Zeit wird uns gegeben um zu heilen, wenn jemand Geliebtes uns verlässt zu einem für uns nicht zu erreichenden Ort? Wie viel Zeit wird uns gegeben, zu zeigen was wir können, wenn so viel Druck auf uns lastet? Dieses Leben ist brutal.


Da fragt man sich doch: Wie ist es dazu gekommen? Wie konnte es als Kind so schön sein und jetzt so trist? Klar können wir nicht von heute auf morgen die Gesellschaft ändern. Doch wir können unseren Alltag anders gestalten. Hört auf Dinge zu tun um anderen zu gefallen. Verplant nicht jede Minute eures Kalenders. Und sagt auch mal nein, wenn es Euch zu viel ist. Eure Zeit ist zu kostbar um sie auf diese Weise zu verschwenden. Sagt ja zu den Dingen die Euch gefallen. Tut, was Euch Freude bereitet, egal was andere erzählen. Jemand, der Euch sagt dies oder das sei uncool, soll erst mal selber lernen unbeschwert Spaß an etwas zu haben. Singt, so laut Ihr wollt; tanzt, wo Ihr wollt; lacht, so oft Ihr könnt. Die Zeit zum Genießen des Lebens ist begrenzt, also denkt darüber nach wie Ihr diese verbringen wollt.


Denn sterben sollte man erst, wenn man vom wahren Leben gekostet hat.

 




ageschéckt den: 12:03 Sat, 1 February 2020 vum: Engel Céline

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