Prix Laurence - Bettembourg Prix Laurence 2020 - Luxembourg
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Prix Laurence 2020

Soares Pereira Géraldine - Zuhause





Es musste wohl schon einige Zeit vergangen sein, denn sie konnte nicht einmal mehr sagen wo sie waren. Hinten im Auto saß ihr Bruder, er weinte bitterlich und zog die Nase hoch, immer und immer wieder hörte man ein Schluchzen von hinten. Gerne hätte sie ihn getröstet, doch sie konnte sich wegen den vielen Taschen nicht bewegen und außerdem war sie wahrscheinlich sowieso viel zu wütend, um jetzt jemanden zu trösten. Sie streckte also einfach ihre Hand nach hinten und nach einigen Augenblicken ergriff eine kleine Hand sie. Sie war ganz nass von den Tränen, die er damit weggewischt hatte. Sie traute sich nicht etwas zu sagen, sie starrte also einfach auf die Autobahn und hielt die Hand ihres Bruders.

Sie fand die heruntergekommene Gegend hatte etwas romantisches. Sie war keineswegs ein Stadtkind und würde es auch niemals sein wollen, doch gelegentlich fand sie gefallen an der Stadt. Dann fühlte sie sich wie in einem Film und dachte jeden Moment könnte ihr Hut wegfliegen und die Liebe ihres Lebens würde ihn fangen und so würden sie sich kennenlernen, doch am Ende musste sie sich damit abfinden, dass das auch nur in Filmen funktionierte. Sie war nun mal ein Tagträumer und stellte es sich gerne vor. Doch heute würde selbst der beste Tagtraum sie nicht vergessen lassen was ist. Sie wäre gerne in ihrem Haus geblieben, doch man hatte entschieden, dass sie und ihr kleiner Bruder besser bei anderen Leuten aufgehoben wären. Sie hätten auch bei ihrer großen Schwester leben können, doch sie war nicht auffindbar und um ehrlich zu sein kannte sie ihre Schwester so wenig es machte keinen Unterschied ob sie bei ihr oder einem Fremden leben würde. Viel lieber wäre sie daheim geblieben in ihrem eigenen Zimmer. Dort wo all ihre Kleider waren und all ihre Fotos hingen, dort wo sie, wenn sie wollte, aus dem Fenster aufs Dach klettern konnte. So lange hatten sie es schon dort überlebt was würden ein paar Jahre mehr für einen Unterschied machen, und überhaupt sie fand es gar nicht schlimm zuhause, sie verstand all die Leute nicht die auf einmal sagten dies wäre kein Platz für zwei Kinder. Sie war ja auch kein Kind mehr, jedenfalls sagte man immer sie sei eine junge Dame und eine junge Dame kann kein Kind mehr sein. Und ihr Bruder, auf den hätte sie doch im Ernstfall auch selbst aufpassen können. Vielleicht war sie also doch noch ein Kind, denn sie verstand die plötzliche Entscheidung der Erwachsenen nicht.

Es war schon abends als sie die nächste Stadt erreicht hatten. Sie hatten beide schrecklich Hunger, doch keiner wagte es zu sagen. Vielleicht wäre es nicht so schlimm, wenn sie morgens etwas gegessen hätten, doch das taten sie nie, denn man kann nichts essen, wenn nichts da ist. Als sie parkten drehte sie sich um, ihr Bruder war eingeschlafen. Sie stieg aus dem Auto und drehte sich zum Sonnenaufgang, es war ein besonders schöner, wäre sie jetzt zuhause dann wäre sie aufs Dach geklettert und hätte ihn von dort aus beobachtet. Doch sie durfte nicht nach zuhause und plötzlich war sie schrecklich traurig und wollte weinen, so wie ihr Bruder es vorhin gemacht hatte. 

Sie ging zu seiner Tür und machte sie auf, vorsichtig hob sie ihn aus dem Sitz und presste ihn an sich. Vielleicht verstand sie nicht was passierte und warum und vielleicht war sie jetzt auch unglaublich traurig, dass sie nicht mehr nach Hause durfte, doch sie hatte immer noch ihren Bruder. Und so schwor sie sich dort auf dem Parkplatz, sie würden ihren Bruder niemals, unter keinen Umständen und für nichts auf der Welt verlassen. Denn er war alles was ihr blieb und sie liebte ihn dafür umso mehr. 

 




ageschéckt den: 18:37 Mon, 29 June 2020 vum: Soares Pereira Géraldine

Zeréck

Prix Laurence 2020

Soares Pereira Géraldine - Der schönste Schmerz der Welt





War es das laute Gerede oder der Druck, der auf ihr lastete. So sicher war Olivia sich nie. Jedoch war sie nie gerne in der Schule. Bis zu dem Tag an dem Jane kam. Jane war neu, von nun an würde sie in der ersten Reihe neben Klara sitzen. Olivia saß in der letzten Reihe, alleine, manchmal neben Emily, wenn sie dann mal da war.

Jane war schnell beliebt, kein Wunder, sie war hübsch und trug Markenkleidung. Für Olivia war sie das schönste Mädchen das sie je gesehen hatte. Olivia kam immer noch nicht gern zur Schule, aber sie sah gerne Jane. War Jane mal krank analysierte Olivia jede einzelne Bewegung, jede Geste Jane's der vergangenen Wochen um herauszufinden was sie bloß hatte, meist aber vergeblichst. Wenn sie wieder da war würde Olivia gerne fragen was sie hatte, jedoch waren sie keine Freunde, und sowieso, Olivia war zu scheu und ängstlich um nachzufragen. Jedes Mal wenn Jane mit ihr redete war Olivia glücklicher denje. Sie konnte fast immer auf Jane schauen, da sie in der ersten Reihe saß und Olivia genau drei Reihen hinter ihr, sah es so aus als würde sie einfach auf die Tafel oder den Lehrer schauen. Bei jeder Gruppenarbeit betete Olivia mit Jane arbeiten zu dürfen, es wäre ihre einzige Möglichkeit Kontakt mit ihr aufzubauen. Doch jedes Mal brach ihr Herz etwas mehr, weil es ja doch nie geschah.

Jemandem davon zu erzählen wagte Olivia nicht. Noch nie war Olivia auf Akzeptanz gestoßen, sie würde es auch dieses Mal ganz sicher nicht.

Jane war nicht schlecht in der Schule, sie war aber auch keine Überfliegerin. Allerdings arbeitete sie mit, dafür bewunderte Olivia sie. Und jedes Mal wenn die Lehrer mit ihren abwertenden Blicken Jane's Antwort als falsch betitelten, wollte Olivia etwas tun, etwas sagen das noch falscher ist, irgendetwas umwerfen, die Aufmerksamkeit von Jane's Falschaussage wegnehmen, doch sie traute sich nicht. Sie traute sich nie.

Jane war selbst dann schönn wenn sie verschwitzt vom Sport kam. So gerne hätte Olivia sich vor sie gestellt und sie angesehen, nicht immer nur ihren Hinterkopf, sondern ihre funkelnden Augen, ihre roten Lippen und die wunderschönen Haare. Doch selbst wenn Olivia einmal die Chance gehabt hätte, sie hätte sie nie ergriffen. Sie traute sich nunmal nicht. Sie traute sich nie.

Olivia mochte den Klang von Jane's Stimme, vielleicht war sie eine gute Sängerin, doch das wusste Olivia nicht. Es war nicht so, dass Olivia Jane sein wollte, sie wollte lediglich bei ihr sein, für sie da sein. Ein Teil ihres Lebens sein.

Es gab viele hübsche Mädchen an der Schule, doch Jane war die Schönste. Vielleicht hatte Jane schon einen Freund. So genau wusste Olivia das nicht.

Vielleicht war Olivia ja verliebt in ein Mädchen. Doch sie hatte solche Angst sich zu unterscheiden. Vielleicht wollt Olivia sogar in Jane verliebt sein, doch sie traute sich nicht. Sie traute sich nie.

 




ageschéckt den: 21:59 Mon, 29 June 2020 vum: Soares Pereira Géraldine

Zeréck

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Anthologie, Voland & Quist, 2018

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-  Gesammelte Prosa
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Wir haben uns wirklich an allerhand gewöhnt
Der Briefwechsel, Suhrkamp, 2019

GUNTRAM VESPER

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Die Gedichte, Schöffling, 2018

ANTHOLOGIE BEAT ATTITUDE

-  Femmes poètes de la Beat Generation
éditions Bruno Doucey, 2018

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-  An den Ufern der Dunkelheit
Gedichte aus Palästina
Fischer Taschenbuch, 2013


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-  Warum ich nicht im Netz bin
Gedichte und Prosa aus dem Krieg
Suhrkamp, 2016


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-  Das Buch der klassischen Haiku
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Reclam, 2018

 


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