Prix Laurence - Bettembourg Prix Laurence 2019 - Luxembourg
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Prix Laurence 2019

Hägele Finja - Wir sind Menschen





Wir sind Menschen

Wir sind allein.
Oh ja, wir sind allein.
Und trotzdem fällt es keinem auf.
Wir sind die Masse,
Die Terroristen,
Die Unerwünschten.
Die, vor denen sich die Kinder in Acht nehmen sollen.
Die Menge, die keine Regeln kennt.
Die Flüchtlinge.
Doch wüsstet ihr nur…


Wir sind nicht die, die keine Gefühle kennen,
Doch wir sind die, die keine Kraft mehr aufbringen,
Keine Kraft und keinen Mut mehr,
Um unsere Gefühle zu zeigen.
Denn was bringt das denn, wenn in der Erinnerung die Bomben fallen.
Und das Chaos uns das Herz zerreißt.
Hier in dieser Gruppe geht es nicht mehr ums Leben.
Wir sind alle einzelne Kämpfer, kämpfen ums Überleben.


Das Schicksal hat einigen von uns viel abverlangt.
Da ist zum Beispiel diese Frau, die den Mann vom Flüchtlingsboot gestoßen hat.
„Mörderin“ denkt ihr euch jetzt,
Und vielleicht habt ihr ja recht,
Ohne dabei auch nur zu wissen, dass sie ihre Kinder verloren hat.
Denn der Mann hat ihre liebsten und kostbarsten Schätze, ihre Kinder,
für die sie gekämpft hat, von Bord gestoßen.
Und dabei hat das Schicksal ihr ihren größten Schatz geraubt.
Die Kinder gingen unter.
Denn sie konnten ja nicht schwimmen.
Und werden es auch nie gelernt haben.
Denn sie mussten ihre Kindheit in Bunkern verbringen.
Ja, so schnell teilt ihr es ein,
Das Gute und das Böse.
Doch kennt ihr sie auch, die guten Geschichten der Bösen?
Oder die bösen Geschichten der Guten?
Oder seht ihr nur was ihr wollt?
Und wir, diese Mehrheit,
Wir sind das Böse.


Wir sind allein.
Oh ja, wir sind allein.
Und trotzdem fällt es keinem auf.
Wir sind die Masse,
Die Terroristen,
Die Unerwünschten.
Die, vor denen sich die Kinder in Acht nehmen sollen.
Die Menge, die keine Regeln kennt.
Die Flüchtlinge.
Doch wüsstet ihr nur…


Da gibt es diesen Jungen, der einsam in der Ecke sitzt.
„Nichtsnutz“ denkt ihr euch jetzt, und vielleicht habt ihr ja recht.
Denn ihr seht diesen Jungen einsam in der Ecke sitzen.
Doch ihr seht sie nicht, die Bilder in seinen Erinnerungen,
Ihr spürt sie nicht, seine Angst,
Begleiter tags und nachts.
Ihr seht sie nicht, die Bomben;
Die Mutter, die schreit: „Schütz dich in der Ecke!“;
Den Vater, der nur noch stöhnt;
Die Schwester, die sich nicht mehr regt.
Nein, ihr seht nur den Nichtsnutz,
Ihr seht die Masse,
Die Terroristen,
Die Unerwünschten,
Die, vor denen sich die Kinder in Acht nehmen sollen.
Die Flüchtlinge.


Und da ist dieses kleine Mädchen, das vor Augen hunderter Reporter ins Wasser fällt.
„Einer weniger ändert nichts!“
Denkt ihr euch jetzt,
Und vielleicht habt ihr auch recht.
Doch ihr denkt nicht mal dran, wie brutal die Welt ist.
Keiner half ihm, dem kleinen Mädchen,
Das doch so kurz vor dem Ziel starb.
Ins Boot gesetzt von der eigenen Mutter, bevor die Bombe dieses erwischte.
Denn es konnte ja nicht laufen.
Und wird es niemals gekonnt haben.
Denn die Beine wurden ihm gebrochen, als der Bunker einstürzte.
Und oh, ihr hättet es retten können.
Doch es ist nur eine weitere Reduktion,
Der Masse,
Der Terroristen,
Der Unerwünschten
Von denen, vor denen sich die Kinder in Acht nehmen sollen.
Der Flüchtlinge.
Doch wüsstet ihr nur,


                 Oder wollt ihr es gar nicht wissen?

 




ageschéckt den: 12:57 Sat, 2 February 2019 vum: Hägele Finja

Zeréck

Prix Laurence 2019

Hägele Finja - Wir sind Menschen



     Wir sind Menschen

Wir sind allein.
Oh ja, wir sind allein.
Und trotzdem fällt es keinem auf.
Wir sind die Masse,
Die Terroristen,
Die Unerwünschten.
Die, vor denen sich die Kinder in Acht nehmen sollen.
Die Menge, die keine Regeln kennt.
Die Flüchtlinge.
Doch wüsstet ihr nur…


Wir sind nicht die, die keine Gefühle kennen,
Doch wir sind die, die keine Kraft mehr aufbringen,
Keine Kraft und keinen Mut mehr,
Um unsere Gefühle zu zeigen.
Denn was bringt das denn, wenn in der Erinnerung die Bomben fallen.
Und das Chaos uns das Herz zerreißt.
Hier in dieser Gruppe geht es nicht mehr ums Leben.
Wir sind alle einzelne Kämpfer, kämpfen ums Überleben.


Das Schicksal hat einigen von uns viel abverlangt.
Da ist zum Beispiel diese Frau, die den Mann vom Flüchtlingsboot gestoßen hat.
„Mörderin“ denkt ihr euch jetzt,
Und vielleicht habt ihr ja recht,
Ohne dabei auch nur zu wissen, dass sie ihre Kinder verloren hat.
Denn der Mann hat ihre liebsten und kostbarsten Schätze, ihre Kinder, für die sie gekämpft hat, von Bord gestoßen.
Und dabei hat das Schicksal ihr ihren größten Schatz geraubt.
Die Kinder gingen unter.
Denn sie konnten ja nicht schwimmen.
Und werden es auch nie gelernt haben.
Denn sie mussten ihre Kindheit in Bunkern verbringen.
Ja, so schnell teilt ihr es ein,
Das Gute und das Böse.
Doch kennt ihr sie auch, die guten Geschichten der Bösen?
Oder die bösen Geschichten der Guten?
Oder seht ihr nur was ihr wollt?
Und wir, diese Mehrheit,
Wir sind das Böse.


Wir sind allein.
Oh ja, wir sind allein.
Und trotzdem fällt es keinem auf.
Wir sind die Masse,
Die Terroristen,
Die Unerwünschten.
Die, vor denen sich die Kinder in Acht nehmen sollen.
Die Menge, die keine Regeln kennt.
Die Flüchtlinge.
Doch wüsstet ihr nur…


Da gibt es diesen Jungen, der einsam in der Ecke sitzt.
„Nichtsnutz“ denkt ihr euch jetzt, und vielleicht habt ihr ja recht.
Denn ihr seht diesen Jungen einsam in der Ecke sitzen.
Doch ihr seht sie nicht, die Bilder in seinen Erinnerungen,
Ihr spürt sie nicht, seine Angst,
Begleiter Tags und Nachts.
Ihr seht sie nicht, die Bomben;
Die Mutter, die schreit: „Schütz dich in der Ecke!“;
Den Vater, der nur noch stöhnt;
Die Schwester, die sich nicht mehr regt.
Nein, ihr seht nur den Nichtsnutz,
Ihr seht die Masse,
Die Terroristen,
Die Unerwünschten,
Die, vor denen sich die Kinder in Acht nehmen sollen.
Die Flüchtlinge.


Und da ist dieses kleine Mädchen, das vor Augen hunderter Reporter ins Wasser fällt.
„Einer weniger ändert nichts!“
Denkt ihr euch jetzt,
Und vielleicht habt ihr auch recht.
Doch ihr denkt nicht mal dran, wie brutal die Welt ist.
Keiner half ihm, dem kleinen Mädchen,
Das doch so kurz vor dem Ziel starb.
Ins Boot gesetzt von der eigenen Mutter, bevor die Bombe dieses erwischte.
Denn es konnte ja nicht laufen.
Und wird es niemals gekonnt haben.
Denn die Beine wurden ihm gebrochen, als der Bunker einstürzte.
Und oh, ihr hättet es retten können.
Doch es ist nur eine weitere Reduktion,
Der Masse,
Der Terroristen,
Der Unerwünschten
Von denen, vor denen sich die Kinder in Acht nehmen sollen.
Der Flüchtlinge.
Doch wüsstet ihr nur,


                 Oder wollt ihr es gar nicht wissen?

 

 

 

 

 




ageschéckt den: 12:58 Sat, 2 February 2019 vum: Hägele Finja

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Die Liebesgeschichte zwischen
Ingeborg Bachmann und Paul Celan
DVA, 2017


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Roman, rororo, 2018


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-  A Grace Paley Reader
Stories, essays, poetry

Farrar, Straus and Giroux, 2017

-  Manchmal kommen ...
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RON PADGETT

-  Die schönsten Streichhölzer der Welt
Englisch - Deutsch, mit den Gedichten
aus Jim Jarmuschs Film Paterson
Dieterich'sche Verlagsbuchhandlung, 2017

STEFFEN POPP (Hrsgb.)

-  Spitzen
Gedichte. Fanbook. Hall of Fame.
edition suhrkamp, 2018

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-  Die Live Butterfly Show
Gedichte, Hanser Berlin, 2018

ZENO BIANU

-  Infiniment proche
Poésie, Gallimard, 2015

ANTHOLOGIE BEAT ATTITUDE

-  Femmes poètes de la Beat Generation
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CHARLES SIMIC

-  Picknick in der Nacht
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TAHA MUHAMMAD ALI

-  An den Ufern der Dunkelheit
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SERHIJ ZHADAN

-  Warum ich nicht im Netz bin
Gedichte und Prosa aus dem Krieg
Suhrkamp, 2016


HAIKU ANTHOLOGIE

-  Das Buch der klassischen Haiku
Hrsgb. Jan Ulenbrook
Reclam, 2018


KATE TEMPEST

-  Let Them Eat Chaos
Sollen sie doch Chaos fressen
Lyrik, edition suhrkamp, 2018

-  Hold Your Own
Gedichte, Suhrkamp, 2016

-  Worauf du dich verlassen kannst
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TOMAS BJORNSTAD

-  Fjorde
Lyrik, édition g. binsfeld, 2018

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-  Fass mich an
Beats, Punchlines, Bitchmoves
édition g. binsfeld, 2017


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-  Autopsie
Roman (op lëtz.), Ultimomondo, 2014

-  Abrasch
Poesie, éd. phi, 2013

GEORGES HAUSEMER
(1957 - 2018)

-  Fuchs im Aufzug
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