Prix Laurence - Bettembourg Prix Laurence 2018 - Luxembourg
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Prix Laurence 2018

Artemenko Margarita - EIN WEINGLAS





Sie war immer so liebenswürdig gewesen. Vor allem mit Kindern konnte sie gut umgehen. Sie hatte immer so ein hübsches Lächeln auf dem Gesicht. Diese unschuldigen Kinderaugen und neugierigen Fragen erinnerten sie daran, dass diese Welt eine Zukunft hatte. Wenn wir uns Mühe bei ihrer Erziehung geben würden, könnte es somit eine gute Zukunft werden.

Sie arbeitete als Kinderkrankenpflegerin. Es war ein schwerer Beruf. Es gab Höhen und Tiefen, aber sie sagte immer, dass, je schwerer ihre Arbeit wurde, desto mehr freute sie sich, wenn die kleinen Patienten genasen. Sie sagte immer, dass die Kinder ihr beigebrachten hatten, wie man sich sogar über die kleinsten Dinge freuen könnte.

Der Fleck auf dem Teppich wurde immer größer. Warum hatte sie auch einen weißen Teppich unter den Esstisch platziert? Es würde eine Sauerei werden um ihn wieder sauber zu bekommen.

Es sah aus wie Schweineblut.

Vor einigen Jahren hörte sie mit ihrer Arbeit auf. Wir entschlossen uns zusammenzuziehen. Auch wenn ihr der Abschied von ihren Patienten schwerfiel, wir waren glücklich gewesen. Sie fand eine neue Anstellung in einem Kindergarten. Sie liebte es mit den Kindern immer wieder etwas Neues zu entdecken. Sie liebte es ihnen beim Wachsen zuzusehen.

Als ich klein war, sagte meine Mutter mir immer, dass, sollte mich jemand beleidigen, ich mir einfach vorstellen sollte wie ich unter einer Glaskuppel sitze. Dann würden all diese schlechten Worte an mir abprallen.

"Die bist so ein nutzloser Mensch!"

Hatte sie recht? Ich wusste es nicht.
(Wen ich meinte, wusste ich auch nicht.)

Wir wollten immer Kinder haben. Sie war immer ganz begeistert von der Idee gewesen. Es müsse eine lebensverändernde Erfahrung sein, den Herzschlag eines anderen Menschen in sich zu tragen, meinte sie immer.

Unser Leben hat sich auch ohne dies verändert.

Die Flamme der Kerze fing an zu flackern. Plötzlich ging sie aus. Der Docht war im Wachs ertrunken. War die Kerze schon immer da gewesen?

Ich fühlte mich, als ob ich in Wachs ertrinken würde. Es wurde immer schwerer zu atmen. Meine Atemzüge wurden tiefer. Es brannte. Um mein Sichtfeld schien sich ein schwarzer Schleier zu legen.

"Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen", so heißt es zumindest.

Der Wein tropfte rhythmisch vom Glas herunter. Es hörte sich an wie Regen. Die Bewegung schien immer langsamer zu werden. Die Substanz dicker, klebriger. Nach einigen Sekunden sah es wieder normal aus.

"Warum antwortest du mir nie?! Es ist als ob man mit einer Schaufensterpuppe reden würde. Du ekelst mich an!"

Sie kannte die Redewendung. Deswegen schmiss sie die Steine auf mich. Früher waren wir hier sicher gewesen. Ich war es nicht mehr.

Sie versuchte 8 Monate lang schwanger zu werden, bevor sie das Gefühl bekam, dass etwas nicht stimmte. Sie bat mich herauszufinden ob ich fruchtbar war. Ich war es. Sie nicht.

Plitsch. Plitsch. Plitsch.

Wie passte so viel Wein in ein einziges kleines Glas hinein?

Wobei, es war nicht so einfach gewesen. Sie ließ nicht sofort einen Test bei sich selbst durchführen. Warum weiß ich nicht. Vermutlich aus Angst. Sie versuchte unzählige verschiedene Behandlungen. Keine schlug an. Aus Gründen, die mir auch unverständlich blieben, hatte der Arzt sie all diese Zeit nicht davon abgehalten diese unzähligen und teuren Medikamente zu kaufen. Vielleicht ging es ihm wie mir. Wir brachten es nicht übers Herz die gefährlichen Worte in den Mund zu nehmen und ihr zu sagen, dass es an ihr liegen könnte. Sie hatte scheinbar nie an diese Möglichkeit gedacht. Wie könnte eine Frau, die Kinder so verehrt, unfruchtbar sein?

Das Schicksal ist grausam.

Die Zeit selbst schien wie Wachs zu werden. Sie schmolz dahin, aber nur langsam. Oh so langsam.

Erst, als sie sich nach einer künstlichen Befruchtung erkundigte, wurde der Arzt ein wenig standfester. An diesem Tag kam sie mit Tränen in den Augen nach Hause. Es brach mir das Herz.
(Heute fügt sie mir auch andere Wunden zu.)

Nach diesem Ereignis hatte sie eingesehen, dass einige Dinge einfach nicht bestimmt waren zu sein. Mit ihrer Hoffnung Kinder zu haben, verlor sie auch ihre kindliche Einfachheit. Erst jetzt wurde sie zu einem vollkommenen (oder eher verkommenen?), verbitterten Erwachsenem.

Ein lautes Klirren ließ mich aufschrecken. Dieses Mal war ein Teller gegen die Wand hinter mir geflogen. Auf dem Tisch und dem Boden lag jetzt verstreutes Grünzeug. Zum ersten Mal sah ich sie an. Ihre Augen waren zornig. Als würde man einem Bullen ins Gesicht blicken.

Plitsch.
Plitsch.
Plitsch.

Sie kündigte ihre Arbeit. Ich fragte sie warum. Wenn sie schon nicht die Möglichkeit habe ein eigenes Kind großzuziehen, dann könne sie sich doch ruhig um andere kümmern. Immerhin hatten einige eine richtige Mutterfigur nötig.
Sie hatte mir einen gleichgültigen Blick zugeworfen. Vollkommen kalt. Es war das erste Mal, dass ich sie so gesehen hatte. Ihre geisterhafte Art, in der sie damals geredet hatte, jagt mir bis heute einen kalten Schauer den Rücken hinunter.
Ich erinnere mich nicht mehr an den genauen Wortlaut von dem, was sie sagte. Der Schock über ihre Verhaltensweise war zu groß gewesen. Ist es noch immer. Ehrlich gesagt, erinnere ich mich jetzt überhaupt nicht mehr daran. Ich sehe bloß ihre leeren, gespenstischen Augen vor mir. Aber es war etwas so Vernichtendes gewesen, dass ich sie nie mehr darauf ansprach.

"Jetzt schaust du mich also zumindest an." Ihre Nasenflügel bewegten sich mit jedem Atemzug. Ich hielt dem Gefühl meine Augen abwenden zu müssen stand.

Ich hatte einmal vorgeschlagen, ein Kind zu adoptieren. Sie hatte gelacht. Sie hatte sich verändert. Sie wolle kein Kind haben, welches von jemandem anderen fallen gelassen wurde. Sie war zu etwas Grausamen geworden.

"Hast du jetzt etwas zu sagen?", meinte sie höhnisch. "Immerhin war dieses Service ein Geschenk deiner Familie für unseren Hochzeitstag gewesen. Ich wette deine Eltern mussten sehr lange sparen." Die letzten Worte hatte sie missbilligend in die Länge gezogen. Sie spielte mit mir. Wartete auf eine Reaktion.

Sie hatte neue Freundinnen gefunden, immerhin hatte sie jetzt mehr Freizeit als zuvor. Sie trieb sich überall herum. Spas, Restaurants, teure Boutiquen. Ich nehme an, dass sie versuchte die Leere in ihrem Herzen mit Exzess und materiellen Gütern zu füllen.

Das Blut tropfte noch immer vom zerbrochenen Glas. Ah, ich meine der Wein. Der Wein.

Während sie wartete, auf irgendwas, auf alles, schlug sie nervös ihre Finger gegen den Tisch. Sie waren rot manikürt. Eigentlich hasse ich rot.

"Wie heißt die Schlampe mit der du mir fremdgehst, hm?"
Ich wusste nicht wovon sie redete. Ich schwieg.
"Antworte mir! Was treibst du dich abends so lange rum? Dass du Freunde in 'ner Bar triffst kauf ich dir nicht ab. Als ob jemand sich freiwillig in deiner Gegenwart aufhalten würde."
Sie lachte, grausam, oh so grausam. Es schossen mir tausende tosende Dolche in meine taube Brust.

Das Ticken der Uhr kam zum Vorschein. Ich hatte ganz vergessen, dass dieses Ticken existierte, so sehr war es zu einer Routine geworden.

Tick. Tack. Tick. Tack.

Plitsch. Plitsch.

Ihr Lachen war wie Wachs: lang, sich ziehend und gleißend heiß.

"Überstunden. Immerhin muss ja irgendwo das Geld herkommen, das du tagtäglich aus dem Fenster wirfst."

Ich wusste nicht wem diese Stimme gehörte. Sie war tief und grummelnd. Sie kam nicht aus ihrem Mund.

Der Blutfleck wurde immer größer. Warum war das Glas kaputt? Ach stimmt, es war das Wachs. Die Kälte hat das Glas gesprengt. Die Uhr war neu, ich hab‘ mich noch nicht an ihr Ticken gewöhnt. Ich hörte es immerzu.
Tick. Tack. Tick. Tack. Tick. Tack.

Es fühlte sich an, als ob ein Zug auf höchster Geschwindigkeit an mir vorbeirasen würde. Meine Augen konnten sich nicht fokussieren. Ich konnte nicht verarbeiten was sich genau vor mir befand. Hätte ich nicht gewusst, dass es ein Zug ist, dann wäre mir überhaupt nicht klar gewesen, was sich gerade vor mir abspielt. So wie jetzt auch.

"Wie wagst du es so mit mir zu reden?! Du bist nichts mehr als eine abartige Missgeburt. Du kannst dich glücklich schätzen, dass ich dich noch nicht mit einer Scheidung ruiniert habe!"

Ihre Lippen waren rot wie die Abendsonne. Eigentlich mag ich rot nicht. Zu auffallend, zu aggressiv, zu beißend.

Der Schleier wurde dunkler.

Das rote Wachs auf dem Boden machte Geräusche.
Tick. Tack. Tick. Tack.
Was war passiert? Ach stimmt, sie hatte die Uhr gegen die Wand geworfen. Ich frag mich warum. Sie war wütend gewesen, glaube ich.

"Es wäre besser, wenn du nie geboren wärest."

Es fühlte sich an, als würde ich sie schon seit Stunden ansehen. Sie sah aus wie ein zerbrochenes Glas. Warum tropfte nichts aus ihr? Ich dachte, das Glas wäre zerbrochen. Ihre Lippen waren aufeinandergepresst. Roter Wachs zierte sie. Sie sahen aus wie wunderschöne, verfaulte Äpfel.

"Wenigstens kann ich ein Kind in die Welt setzen."

Wieder die Stimme. Ich wollte mich einen Moment im Zimmer umschauen wo sie herkam. Es schien aber nicht passend, da sie Tränen in den Augen hatte. Warum? Hatte die Stimme etwas gesagt was sie verletzt hat?

Das Messer glitzerte wie ihre Tränen. Warum war da ein Messer? Ach ja, wir aßen zu Abend. Braten lag vor mir. Neben mir auf dem Boden lag Wein.

Ich wollte mich umschauen. Ich konnte nicht. Mein Körper fühlte sich taub an. Als ob ich in Watte gewickelt wäre. Alles schien so fern, aber ich wusste, dass alles in Ordnung war, immerhin war alles in Ordnung.

Plitsch. Plitsch.

Der Wein machte es sich gemütlich.

Das Geräusch kam von ihr und nicht vom Wein. Der Wein machte Tick Tack, da war ich mir sicher, er war neu.

Plötzlich kam ein Schluchzen aus ihrer Kehle. Hoch, herzzerreißend, heiser und doch so laut. Lauter als mein eigener Herzschlag, der mir in meinen Ohren dröhnte. Genauso wie das Ticken der Uhr.

Plitsch. Platsch. Plitsch. Platsch.

"Du bist so ein Unmensch! Es ist allein deine Schuld, dass ich so geworden bin! Du hast mein Leben zerstört! Du Abfall! Würde doch bloß deine ganze Familie verrecken! Dann wüsstest du noch immer nur annähernd wie sehr ich leide!"

Sie schrie. Die Uhr schrie auch. Ich schrie auch, nur sah man es nicht. Man spürte nur das Wachs, hörte nur sein zischendes Geräusch.

Wir alle waren sterblich. Das hörte man durch das Tropfen der Uhr. Nur der Wein würde ewig im Teppich verankert bleiben.

"Du hast doch keine Ahnung was ich alles wegen dir durchgemacht habe."

Aus der Uhr tropft Schweineblut, die Zeit verrinnt vor meinen Augen, der Wein gerinnt. Der Fleck auf dem Teppich ist neu, ich habe ihn heute für meine Frau gekauft, er sieht aus wie ihre blutigen Lippen.

"Mama wo ist Papa?" "Er macht heute wieder Überstunden." "Mama warum ist Blut an deinen Händen?" "Das ist Schweineblut, Opa hat kurz meine Hilfe gebraucht, nächstes Mal kannst du mithelfen!"

"Du bist ekelhaft, verrotten sollst du, genauso wie deine ganze Blutlinie."

Ekelhaft. Stille.
Ekelhaft. Stille.
Ekelhaft. Stille.
Ekelhaft. Plitsch.
Ekelhaft. Platsch.
Ekelhaft. Stille.
Ekelhaft. Platsch.
Plitsch.
Platsch.
Plitsch.
Tack.
Tick.
Platsch.

Ekelhaft.

Einmal als ich ein Kind war, hatte ich zufällig einen Marienkäfer zerquetscht. Ich war so unendlich traurig, ich dachte ich könnte niemals wieder glücklich sein, immerhin hatte ich einen Glückskäfer getötet. Zack. Einfach so. Plötzlich war sein roter Faden abgeschnitten worden, die Glut seines Lebens erloschen, genauso wie diese Kerze vor mir.
Sein Körper hatte die gleiche Farbe wie Schweineblut, wie ihre Lippen, wie der Fleck auf der Uhr, nein auf der Wand, nein auf dem Teppich, nein auf ihrem Hals.

Ich werde mir einen Tunnel aus dieser Hölle graben, egal wie oft ich in diesen Boden einstechen muss.

Erde wird mit Fruchtbarkeit, mit Weiblichkeit verbunden, ich habe jetzt keine Angst mehr durch sie hindurch zu fliehen, solange ich von ihr weg komme, ich will weg, weg von ihr und diesem Wein, der auf einmal aus ihrem Hals tropft.

Eigentlich ist es ja Schade um den Teppich.

((Die Zeit fließt davon, sie hat mir gesagt, dass der Wachs sich über mir ausbreiten wird, wenn ich mich nicht beeile, ich will nicht erstarren, ich will fließen, wie Wein, ich will mich in einen Tropfen verwandeln und in die Pfütze fallen, verschwinden. Ich bin so müde.))

---------


"Ekelhaft.", sagte der Kommissar, als er auf die blutende Leiche vor sich starrte.

Stille.

 




ageschéckt den: 22:43 Wed, 14 March 2018 vum: Artemenko Margarita

Zeréck

Prix Laurence 2018

Artemenko Margarita - I. Schrei: DIE HYSTERIE EINER HERUNTERPRALLENDEN SONNE





und ich sing und ich tanz und ich lach und ich schrei
und erinnere mich
an deine sterbende worte
während die sonne auf mich herunterprallt

und ich sehe deinen blick
spüre deine toten augen sie lachen mich an
spüre deine finger ein letztes mal fahren sie geisterhaft durch mein haar
und ich schaudere
obwohl die sonne auf mich herunterprallt

und ich trag deine gedärme als kette habe angst dass sie hinunterfallen
ich bin noch immer nicht schwindelfrei
(deswegen fielst du für mich)
(deswegen werde ich nie zu dir fliegen, meine schuld ist zu schwer um abzuheben, ich hänge hier fest)
aber die prallende sonne sie ist ganz oben
sie ist ganz nah bei dir

und ich höre die krähen sie schreien sie schreien
eine schwarze katze läuft unverhofft über die straße
aber dein tod kam ohne warnung
genauso unverhofft und sanft wie ihre schwarzen pfoten berührte der tod dich und du sankst auf deine knie hinunter.
nein du sankst nicht du fielst
du fielst und zerbrachest in tausende stücke
genauso wie meine erinnerungen an dich
meine hoffnungen und sehnsüchte
genauso wie meine träume von uns beiden in der zukunft auf einer bank sitzend unter der sonne.
jetzt prallt sie allein auf mich herunter

(und ich sing und ich tanz und ich lach und ich schrei
und ich träume von deinen küssen
während du auf mich herunterprallst)

 




ageschéckt den: 22:55 Wed, 14 March 2018 vum: Artemenko Margarita

Zeréck

Prix Laurence 2018

Artemenko Margarita - II. Schrei: DAS FEGEFEUER





Und ich schrei mein Mund voller Blut
Ich spüre wie mein Skelett zerbricht
Mein Haar weht im Wind und ich schreie alles an.

Aber ich schreie nicht so wie du mich anschriest,
Nein, ich schreie nicht aus "Liebe" und noch weniger aus Hass,
Ich schreie um alle wegzuscheuchen,
Geht weg von mir und kommt uns nicht zu nahe.

Ich schreie die Sonne an, dass sie verschwinden solle,
Sie soll uns in ewige Dunkelheit tauchen,
Das schrei ich ihr zu.
Ich schreie zum Mond, möge sein Antliz uns nicht erblicken,
Die Sterne sollen verwehen im Wind.
Und ich schreie den Wind an,
Sage er soll uns die Luft zum atmen nehmen,
Ersticken soll er uns,
Genauso wie du damals, der du deine Finger um meinen Hals legtest
(damals schrie ich nicht).
Ich schreie das Wasser an, es soll unser Blut nicht mehr fließen lassen,
ersticken sollen wir an den Klumpen des Hasses,
Wie oft trug ich diese schon im Hals, als meine Tränen sich zeigten?
Ich schreie die Erde an, sie solle sich auftun und uns verschlingen
Wie das letzte Abendmahl,
Niemand soll meine, unsere Schreie hören in dieser unendlichen Dunkelheit.
Und ich schreie das Feuer an, die ewige Wärme die du mir nahmst,
(Ich friere immer noch)
Das Feuer der Hoffnung, das Feuer in uns soll erlöschen
Und nur die Flammen der ewigen Feuerbrunst sollen existieren
Und sich laben an unseren schwächlichen Körpern,
Sie auffressen, so wie du mein Herz auffrasst.

Ich werde gerne eine Märtyrerin sein,
Wenn wir Beide gemeinsam untergehen.

 




ageschéckt den: 22:59 Wed, 14 March 2018 vum: Artemenko Margarita

Zeréck

Prix Laurence 2018

Artemenko Margarita - III. Schrei: DER SCHREI





Und ich sage "SCHREI"
Und die andere Stimme sagt
"Sei still, es will niemand wissen wie es dir geht".
Aber warum, warum, warum?

Ich will in die Welt hinausschreien mein Leid,
Welches mein Blut kocht und mich verbrennt
Diese eisige Kälte schmerzt mich so sehr.
Ich will nicht mehr alleine sein in diesem Gefängnis.

Ich will schreien wie sehr es mich schmerzt dich anzusehen
Zu sehen wie deine Lippen sich bewegen,
Während meine, aufeinandergepresst, versuchen meine eigenen, eisigen Tränen zu lindern,
Die nacheinander aufgehen in Dunst auf meiner heißen Haut.

"Es ist nur ein Fiebertraum",
Sagt die Stimme.
Ich horche nicht mehr auf, ich weiß was sie sagt, sie sagt es immer und immer wieder.
Ich will ausbrechen aus diesem Teufelskreis
Ich will hinausschreien mein Leid, aber meine Lippen bleiben aufeinandergepresst.

"So ist es gut" sagt die Stimme
Und ich schreie aus Verzweiflung,
Aber niemand hört es,
Jeder ist abgelenkt, sie sind genauso alleine wie ich
Und sie mögen reden und lachen,
Aber letztendlich bleiben sie immer alleine,
Ich frage mich ob sie auch in ihrem Inneren schreien?
Oder haben sie bereits aufgegeben?
(Können sie deswegen so lachen?)

"Schließe deine Augen und sing doch ein Schlaflied, so geht die Zeit schneller um",
Höre ich meine eigene Stimme sagen
Und ich singe ein Lied,
Ich singe es im Liegen
(Es ist so schwer aufzustehen)
Und ich frage mich ob ich einschlafen werde,
Danach,
Oder ob ich schreiend von meinem Fiebertraum erwache in dem ich aus Verzweiflung schreie, weil kein anderer mich hört,
Weil sie zu sehr damit beschäftigt sind zu schreien und sich zu fragen ob sie vielleicht jemand anderes hört.

 




ageschéckt den: 23:02 Wed, 14 March 2018 vum: Artemenko Margarita

Zeréck

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bis den 18. Mäerz 2019.

 

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4. Editioun vum Prix Laurence


E schéine Succès!

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Kleng Lecture, déi Iech vläicht weiderbréngt:


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Die Liebesgeschichte zwischen
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