Prix Laurence - Bettembourg Prix Laurence 2018 - Luxembourg
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Prix Laurence 2018

Mertz Joy - Leben



Ich wollte mal alles sehen,

Die Welt begehen,

zusammen mit dem Winden wehen;

auf Wellen schweben,

meine Sorgen vergeben,

und einfach nur leben.


Ich will mehr Zeit haben,

Dankbar sein für all die Gaben,

Meine Träume wieder ausgraben.

Doch es tut so weh,

Mir einzugestehen,

Dass ich meinen Weg nicht geh.

 

Ich würde gern sagen: „Ich bleib nicht mehr steh’n!“,

Und dass ich die Welt nicht mehr an mir vorbei lass gehn.

Ich würd gern schrein, dass ich den Mut dazu hab

Die Wünsche an der Hand zu nehmen, die meine Kindheit mir gab.

 

Doch das Leben kam mal wieder dazwischen,

Denn eigentlich wollt’ ich das mit uns noch richten,

Wären da nicht immer diese Pflichten.

Die sich ansammeln wie Staub,

Wie im Herbst das Laub,

Was mach ich überhaupt?!?

 

Ich war so für mein Leben bereit

Und plötzlich ist jetzt keine Zeit

Für keine einzige Kleinigkeit.

Und ich fang an zu bereun’,

Weil ich die Chance versäum

Von der ich so oft träum.

 

Ich würd gern erzählen, von alle den wunderbaren Dingen

Und aus fremden Ländern und Kulturen Melodien vorsingen.

Und ich würd gern meinen, wenn ich mir selber sag’,

Dass die Zeit doch eh’ vergeht, und ich jetzt meinen Träumen nachjag.

 

 

 

 

 




ageschéckt den: 17:06 Sat, 3 March 2018 vum: Mertz Joy

Zeréck

Prix Laurence 2018

Mertz Joy - von der kante des kalenders stürzt die zeit





von der kante des kalenders stürzt die zeit,

hinab in die styx,

fliesst,

unaufhörbar, klar

in die tiefen des achreusischen sees.

 

so schwer, so stumpf fällt sie herab

wie gold vom himmelszelt

‘wünsch dir was!’ hat mama immer gesagt,

mehr hab ich nie getan

 

am ufer warte ich auf den fähremann

gewartet habe ich mein lebenlang

verzweifelt gewartet...

worauf?

 

charon hält die hand hin:

‘der obulus’, fordert er.

ich zahle den tod mit dem wertlosen schatten eines lebens

 

reissend plötzlich nimmt er mich mit

einmal doch wollte ich die perlen in den riffen sammeln

und flöte spielen lernen

und

einmal nur

 

reuevoll blickte ich zurück

nähre die styx mit den tränen eines verflossenen traums

noch lange nach meiner überfahrt

würde charon auf ihr seine runden drehen

austrocknen würde sie nie

 




ageschéckt den: 21:57 Mon, 5 March 2018 vum: Mertz Joy

Zeréck

Prix Laurence 2018

Mertz Joy - Cancer





I once knew a woman who had cancer.
When she told me I cried under a laughter.
And tears rolled down my cheeks,
and my arms rolled round her body,
so that my heart may beat for hers.

 

She once knew a man who had cancer.
She didn't know what to say when he told her.
Only a trembling sound came out,
of her little, sweet, red mouth:
"I love you, I'll stay!"

 

And once there were parents whose child had cancer.
The child always wanted to become a dancer.
It didn't understand what cancer really meant,
its mother cried out, often late at night,
its father tried to find out, how to make it all right,
but the child, dreamed so bright at night.

How it danced with cancer pirouetts and arebskz,
how it jumped and flew in the corps de ballet.
And when the dance was over
the audience clapped in order
to keep him
proud and smiling
in their hearts.

 




ageschéckt den: 22:00 Mon, 5 March 2018 vum: Mertz Joy

Zeréck

Prix Laurence 2018

Mertz Joy - Run





Run, would you run with me
away, away into hell?
Break, would you break free
away, away to the wilds?

 

Would you hold me
like sea holds the water?
Would you capture me
like Monet captured the sun?


Would you sing,
would you sing the song of the dolphins?
Just to be just to be
at a save place with me.

 

Jump would you jump with me
over the deepest edge?
Would you, would you be, wild and free
Oh would you, would you be young, wild and free?

 

Would you turn
like the moon around the earth?
Would you rock me
like the horizon rocks the sun?

 

And would you stay with me
in this sweet phantasy?
Would you fall, would you fall, into the unknown
for me?

 




ageschéckt den: 22:02 Mon, 5 March 2018 vum: Mertz Joy

Zeréck

Prix Laurence 2018

Mertz Joy - Die Endlichkeit der Unendlichkeit





Endlich schloss ich die Tür hinter mir ab und schlug den Weg in Richtung des nächsten Dorfes ein. Zu Anna. Während ich der Straße nach zu den Feldern ging, die zwischen unseren Dörfern lagen, stöpselte ich mir meine orangen Kopfhörer in die Ohren und drehte das Volumen meines Handys voll auf.

Da war ich. Weg von der Straße. Weg von den Häusern, dem Lärm. Der schmale Feldweg schlängelte sich den kleinen Hügel hoch und verschwand dahinter aus meinem Sichtfeld. Der pochende Bass in meinen Ohren schirmte jedes Geräusch der Welt ab. Hier war nur ich und der kleine Weg, der scheinbar bis zum Horizont reichte. Ein plötzliches Gefühl der Unruhe und Freiheit beschlich mich. Ich schloss die Augen und meine Füße begannen sich unter meinem Körper zu bewegen. Ich lief. Ich lief dem Horizont entgegen, folgte der Schwärze hinter meinen Augenlidern. Das Herz in meiner Brust schlug schneller, lauter, und mischte sich unter die Melodie, die in meinen Ohren dröhnte. Der Wind schlug auf meine Handflächen als ich beide Arme weit von mir streckt; und als das Lied seinen Höhenpunkt erreichte und auf dem Dominantseptakkord verweilte, blieb ich stehen und öffnete meine Augen. Mein Blick heftete sich zu meiner Rechten an den Horizont. Alles was ich wahrnahm war die Farbe. Die Farbe des saftigen, frischen Grases, das nach Wochen unter dem gefrorenen Boden nun in seinem gewohnten Grün aufsprießen konnte. Dahinter die Felder gefüllt mit strahlend gelben Raps, der nach warmen Honig und Olivenöl roch und meine gesamte Sinneswelt ausmachte. Und wie sich diese Farben an die verschwommene Linie der fernen, blauen Berge schmiegten, die ich kaum ausmachen konnte. Blaue Berge, die sich in den blauen Himmel hinaufstreckten und ihn mit ihren Spitzen zu berühren schienen. Der gleiche Himmel über den Bergen wie über meinem Kopf. Ein Gefühl der Unendlichkeit trat neben die Freiheit, die sich in meinem Inneren breitmachte. Das Gefühl, dass alles das von mir wegging auf irgendeinem Weg wieder zu mir kam - wie ein Kreis, der sich schloss. Das Wissen, dass die Berge, die ich fernab am Horizont sah nicht mehr zu meiner Heimat gehörten, sondern in Frankreich standen. Vor meinen Augen vermischten sich die Farben Blau, Gelb und Grün zur Farbe der Unendlichkeit. In jeder Faser meines Herzens, in jeder Synapse meines Hirns, in jeder Zelle meines Körpers - ein zeitloses Gefühl der Unendlichkeit.

Der Wind wehte mir durch meine Haare und wie ein Schlag traf es mich als ich in der Ferne die vier Türme von Cattenom sah, als der Akkord zusammenbrach und sich auflöste. Wie ein Monster lauerte es jenseits der Grenze. Über drei von ihnen hing drückender Rauch, der den an sonst stahlblauen Himmel verschmutzte. Irgendetwas war eigenartig. Der Rauch über den Türmen schien dunkler...

Ich nahm die Kopfhörer aus den Ohren und hörte das laute Dröhnen der Sirenen.

 




ageschéckt den: 22:05 Mon, 5 March 2018 vum: Mertz Joy

Zeréck

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beim PRIX LAURENCE 2019


bis den 18. Mäerz 2019.

 

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LiteraTour 2018


vum 19. bis den 29. Abrëll 2018
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6. Editioun vum LiteraTour a
4. Editioun vum Prix Laurence


E schéine Succès!

Prix Laurence 2019
hei, vum nächste Juni un!

Elo do:
D'Anthologie mat de Finalisten a Laureaten vum Prix Laurence 2017.
Dir kritt se op der Gemeng Beetebuerg.

Och nach ze kréien:
D'Anthologie mat de Laureaten vun 2015 an 2016!

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Kleng Lecture, déi Iech vläicht weiderbréngt:


HELMUT BÖTTIGER

-  Wir sagen uns Dunkles
Die Liebesgeschichte zwischen
Ingeborg Bachmann und Paul Celan
DVA, 2017


LIZE SPIT

-  Und es schmilzt
Roman, S. Fischer, 2017


JÜRGEN BECKER

-  Graugänse über Toronto
Journalgedicht, Suhrkamp, 2017


LILY BRETT

-  Wenn wir bleiben könnten
Ausgewählte Gedichte, englisch & deutsch
insel verlag, 2014


CHARLES SIMIC

-  Picknick in der Nacht
Gedichte, Hanser, 2016


SERHIJ ZHADAN

-  Warum ich nicht im Netz bin
Gedichte und Prosa aus dem Krieg
Suhrkamp, 2016


HAIKU ANTHOLOGIE

-  Hrsgb. H. J. Balmes
Fischer TaschenBibliothek, 2016


KATE TEMPEST

-  Brand New Ancients
Gedichte, Suhrkamp, 2017

-  Hold Your Own
Gedichte, Suhrkamp, 2016

-  Worauf du dich verlassen kannst
Roman, Rowohlt, 2016

LUC SPADA

-  Fass mich an
Beats, Punchlines, Bitchmoves
éd. g. binsfeld, 2017


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-  Nichts zu danken
Roman, éd. Saint-Paul, 2016


NICO HELMINGER

-  Autopsie
Roman (op lëtz.), Ultimomondo, 2014

-  Abrasch
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GEORGES HAUSEMER

-  Fuchs im Aufzug
Erzählungen, capybarabooks, 2017

KREMART

-  Déi 20 kleng Bicher am "Schuber"
aus der Collectioun smart
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