Prix Laurence - Bettembourg Prix Laurence 2020 - Luxembourg
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Prix Laurence 2020

Reding Sevda - Briefliebe





Briefliebe

 

Jetzt sitzt der Bursche dort,

Am finstersten Ort,

Im kalten Nord,

Und denkt nur an seine Liebe. Doch die ist fort.

Jeden Tag, jeden Tag.

Während er auf den Brief warten mag.

Doch gespürt hat er noch nie wie dieser sich naht,

Und bittet jede Seele um Rat.

 

Damals beobachtete er, wie sie weglief.

Hinterlassen hatte sie ihm den Brief.

Auf dem Tisch lag er schief:

 

„Tut es mir leid?

Zum Nachdenken bleibt mir nicht viel Zeit.

Ich weiß du magst es lieber zu zweit,

Doch bei dir hatte ich nie genug Freiheit.

Jetzt sitzt du wahrscheinlich allein,

Und glaubst ich sei gemein.

Vielleicht bist du nicht mal bei Bewusstsein,

mein Edelstein.

Gelassen habe ich dich im Stich,

Und du dachtest wir wären unzertrennlich,

Jetzt bitte ich dich:

Vergiss mich!“

 

Ignorieren wollte der Bursche die Freundschaft.

Nur zwei Tage hat er das geschafft.

Dann schrieb er ihr diese Botschaft:

 

„Unsere Liebe ist noch lange nicht verschwunden,

Ich hoffe sie dauert noch unendliche Stunden.

Wir haben uns beide im Café gefunden,

Sofort habe ich etwas empfunden.

Nun komm doch zu mir erneut,

Darauf warte ich seit gestern und heut.

Du bist das einzige was mich erfreut,

Alle meine Untaten habe ich bereits bereut.

Ich hoffe du liebst mich noch,

Meine Liebe für dich ist bis zum Mond hoch,

Gibt es für dich etwas Besseres als meine Liebe jedoch,

In meinem Herzen hinterlassen würdest du ein tiefes Loch.

Du bist mein einziger Stern,

Zu dir zurück würde ich gern,

Doch jetzt bist du ganz fern,

Und hörst von den Nachbarn kein Lärm.“

 

Ins ferne Fremde schickte er diese Zeilen,

In der Hoffnung sie würden ihre Liebe heilen.

Der Brief flog Meilen,

Aber zu ihr wollte er nicht eilen.

Dies bemerkte der Junge bald,

Und fand keinen Halt.

 

Sie war alles was für ihn noch galt,

Nur zeigen konnte er es ihr nicht mit seiner Wortgewalt.

Er fand es sei doch seine Pflicht,

Denn sein eigenes Spiegelbild ertragen konnte er nicht,

Und konnte nicht zusehen wie seine Liebe bricht,

So schrieb er ihr ein zweites Gedicht:

 

„Meine liebe Liebe,

Ach, wie gerne ich das Passé umschriebe!

Das Vermissen deiner Hände führt schon zu Selbstkriege,

Die weichsten Hände, damals im Friede.

Das Gesicht, das mich immer so liebvoll angesehen hat,

Wie kein anderes in der Stadt.

Die Tränen laufen den Wangen herunter, wie vom Baum ein Ahornblatt,

Um sich dann zu verwandeln in ein Goliath.

So riesig sind sie. Bis über die Unendlichkeit,

Lösen sie sich in die ewige Freiheit. Millionen von Sternen weit,

In eine ganz andere Zeit.

Von diesem Ort träume ich wieder.

Dort fließt sogar Milch und Honig,

Angeblich ist das ganze Land ein einziger Teppich,

Ist das überhaupt noch möglich?

Bitte Gott, glaubst du, du könntest alle Probleme wegräumen!

Ich sah dich dort sitzen, auf den Kristallen von den Bäumen,

 Willst du mich wirklich versäumen?“

 

Der junge Bursche wusste schon,

Glauben würde sie ihm nicht – seine Vision.

Würde sie anrufen durch das Telefon,

Erzählen würde er es ihr – ohne Ton.

Er könnte sich zu ihr schleichen – wie ein Geheimagent.

Ja, die ganze Welt würde er durchsuchen – nur für diesen Moment.

 

Ja, er würde sie suchen – von West-nach Ostberlin,

von Luxemburg bis nach Peking.

Leider fehlt ihm dazu das nötige Geld,

Wenn ihm doch nur den Safe-Code wieder einfällt,

Spielen könnte er nochmal – ihr Held,

Erneut wäre er für sie das Beste auf der ganzen Welt.

 

Der arme Bursche denkt schon an Selbstmord,

Zurückbleibt nur ein kurzes Wort.

„Liebe“ steht einsam in dem schrecklichen Ort.

 

Aber wartet doch Mal,

ich bin noch da – dieser von Postportal,

Erfüllen könnte ich das endgültige Schicksal,

Ja genau, ich bin die Glückszahl.

Ich könnte ihm mal ab und zu dienen,

Und wusch, bei ihr wäre er so schnell wie ´ne Lawine,

Dann gibt es kein er und sie, sondern man spricht nur noch von Ihnen

Und verfolgen würde sie der saubere Ton der Violinen.

Genau, ich kenne ihre Adresse,

Gegeben hat sie sie mir vor dem Café in der Nässe,

Hat sie etwa gedacht dass ich diesen Augenblick vergesse.

 

Stellt euch vor,

Ich laufe zu ihm und flüstere ihm ins Ohr,

„Hey, ich weiss? wo es steht – ihr Haus aus Marmor“.


 




ageschéckt den: 16:52 Sun, 28 June 2020 vum: Reding Sevda

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