Prix Laurence - Bettembourg Prix Laurence 2018 - Luxembourg
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Prix Laurence 2018

Douw Mina - Unerwartete Begegnung



 

 

„Eine neue Nachricht“, meldet mein Handy mir mit einem lauten Piepsen. Neugierig greife ich auf den Wohnzimmertisch und öffne die Nachricht. Sie ist von Jasper! Mit rasendem Herzen lese ich seinen Text. „Hey Violet. Hast du Lust heute Abend mit mir ins Kino zu gehen?J “ Schnell tippe ich: „Ja gerneJ Welcher Film läuft denn?“ Seine Antwort kommt sofort: „Wir könnten uns ‚Tatsächlich...Liebe‘ ansehen;)“ Mit Zwinkersmiley! ‚Tatsächlich...Liebe‘ ist das nicht diese romantische Komödie? Röte schießt mir ins Gesicht als ich daran denke wie wir beide uns einen solchen Film ansehen... „Okay gute Idee;)“ War der Smiley zu viel? Ist das eine Andeutung? Obwohl, wir schreiben doch immer so. „SuperJ Treffen wir uns um 8 Uhr vor dem Kino?J“ „Geht klarJ“ schreibe ich. Das wird ein super Abend! Der erste den ich mit Jasper verbringe.... Moment mal... ist das denn ein Date? Aber ich habe doch überhaupt nichts zum Anziehen! Ich schnappe mir wieder mein Handy.

Schon beim dritten Klingeln hebt Tess auf. „Hast du heute Mittag Zeit?“, frage ich aufgeregt bevor sie mich überhaupt begrüßen kann. „Eigentlich wollte ich heute überhaupt nichts tun, aber ich denke uns steht eine Notfallshoppingtour bevor?“, schmunzelt meine beste Freundin. „Richtig! Ich bin um 2 Uhr bei dir“ entgegne ich und lege auf. Erfreut lasse ich mich nach hinten auf die Couch fallen. Wird Jasper mich heute endlich küssen? Ich warte schon darauf seit ich ihn kenne... Seit einigen Wochen halten wir ja Händchen und haben uns schon zum Abschied umarmt. Aber wir waren noch nie abends aus... Vielleicht gesteht er mir heute seine Liebe? Wir sind ja eigentlich schon inoffiziell zusammen, aber es wäre toll ihn endlich meiner Familie als meinen Freund vorzustellen...                                   

„Hey Violet! Geh‘ runter von der Couch! Die Sendung mit der Maus beginnt bald“, reißt die nervige Stimme meines kleinen Bruders mich aus meinen Träumen. Genervt öffne ich die Augen. „Los! Steh jetzt auf sonst hole ich Mama...“ „Das tust du nicht!“, drohe ich ihm. Wenn er unsere Mutter jetzt weckt, dann ist sie wieder schlecht gelaunt und ich darf heute Abend nicht aus. Henri öffnet seinen Mund und zeigt mir, dass er bald los schreit. Schnell erhebe ich mich und grummele „Ist ja schon gut, du kleine Petze“. Bevor Henri es sich schnappen kann, reiße ich mein Handy an mich und bringe mein leeres Glas und meine Schüssel in die Küche.

Leise steige ich die Treppe zum Obergeschoss hoch. Dann verziehe ich mich in mein Zimmer. Ich habe den Trailer zum Film ja noch gar nicht gesehen! Vielleicht ist der Film ja langweilig und dann denkt Jasper ich hätte einen schlechten Geschmack. Ich muss mir unbedingt auch noch die Kritiken ansehen. Kurze Zeit später sitze ich mit meinem Laptop auf den Knien auf meinem Bett und öffne Youtube. Der Trailer ist nicht schlecht und tatsächlich witzig, allzu schlimm kann der Film also nicht sein. Auch die Kommentare sprechen für sich: ,,Einer der besten Filme, die ich je gesehen habe“ -Spiegel „Super witziger Film für Pärchen jedes Alters“ -RTL. Das klingt ja vielversprechend. Als ich auf den Link des Kinoprogramms klicke, blicke ich irritiert auf die angegebene Uhrzeit für die nächste Vorführung. Neun Uhr? Jasper sagte doch 8 Uhr? Stirnrunzelnd öffne ich nochmals unseren Messager-chat. Doch da steht’s: um 8 Uhr will er mich treffen. Ich öffne schon eine neue Nachricht, um ihm Bescheid zu geben, doch dann macht es Klick in meinem Kopf. Jasper hat sich wahrscheinlich gar nicht geirrt, er will vielleicht schon vorher etwas unternehmen. Essen gehen oder so. Dieser Gedanke lässt mich auf meinem Bett vor Freude auf und ab hüpfen.                                                                                         

Erschöpft lasse ich meine bis zum Rande gefüllten Einkaufstüten auf mein Bett fallen. Nach drei Stunden Shoppen tun mir die Füße weh. „Man Tess, wieso hast du mich eigentlich in all die Geschäfte geschleppt, wenn du sowieso zu Zara wolltest?!“, beschwere ich mich und lasse mich auf meinen Schreibtischstuhl fallen. „Man weiß nie was man nicht alles entdecken kann!“, behauptet diese verschwörerisch. Genervt verdrehe ich die Augen. „Und sei doch froh, denn dein Kleid ist ein echter Hingucker!“ schmunzelt meine Freundin grinsend. „Denkst du nicht es ist etwas zu kurz? Oder der Ausschnitt zu tief?“ „Quatsch“, lehnt sie ab. „Falls du’s vergessen hast: du gehst zu einem Date und keinem Kindergeburtstag!“ Wieder verdrehe ich die Augen. Das ist ja mal wieder typisch Tess. „So jetzt müssen wir uns aber an die Arbeit machen.“ Schon krempelt sie ihre Ärmel hoch und schüttet den Inhalt der Einkaufstaschen auf mein Bett. „Ich gebe nur noch schnell Mom Bescheid, dass ich heute Abend weg bin.“

Als ich fünf Minuten später, wieder mein Zimmer betrete, hat Tess schon mein ganzes Schminkzeug auf meinem Schminktisch verbreitet und mein Outfit liegt bereit auf meinem Bett. „Du bist echt unmöglich“ kichere ich. „Zieh dich mal um, dann kann ich dir sofort die Haare machen.“ Ich schlüpfe aus meinen Shorts und dem Tanktop hinein in die Strumpfhose und das knappe, elegante schwarze Kleid. Beim Anblick der Highheels auf die Tess bestanden hat, dreht sich mir der Magen um. „Muss ich wirklich diese Schuhe anziehen? Ich kann nicht mal darin laufen!“ „Dafür braucht man keine Übung, wenn du sie bis an hast, dann geht das Laufen wie von selbst“, winkt Tess ab. Ich setzte mich auf den niedrigen Hocker  und schon hantiert sie an mir herum. „Schau mal hier hin“, „hebe den Kopf“, „bleib still“ und „dreh‘ dich um“ ist das einzige was ich während einer gefühlten Stunde von meiner Freundin höre.

Als sie mir endlich strahlend einen Spiegel vors Gesicht hält, blicke ich erstaunt hinein. „Wow“ entfährt es mir. Meine Haare sind zur Hälfte in Zöpfen hochgesteckt und der Rest fließt in weichen Locken über meinen Rücken. Mein blondes Haar, in Kombination mit meinen rötlichen gepuderten Wangen, lässt mich wie ein zarter Engel aussehen. Tess hat mir Maskara, Lidschatten und dezenten, roten Lippenstift verpasst. An meinen Ohren baumeln Perlohrringe und um meinen Hals trage ich die dazu passende Kette. „Gefällt’s dir?“ fragt Tess mich stolz. „Das ist unglaublich!“ rufe ich begeistert. Während ich mein Spiegelbild weiter staunend betrachte, bringt Tess mir eine leichte schwarze Spitzenjacke und die gefürchteten Schuhe. Ich schlüpfe hinein und schreite mit steifen Schritten durch mein Zimmer. „Nicht so verkrampft“ belehrt Tess mich. Als letztes hebt sie die kleine Umhängetasche vom Bett und stopft Geldbeutel, Lippenstift, Spiegel und mein Handy hinein. Zufrieden überreicht sie sie mir und sagt in strengem Ton: „Und vergiss nicht mir später alles bis ins kleinste Detail zu erzählen!“ Ein Zwinkern, dann fällt die Tür hinter ihr zu. Unten höre ich sie mit meiner Mutter sprechen. Ein Satz lässt mich genervt die Augen verdrehen: „Und falls sie zu spät nach Hause kommt, seien sie nicht zu streng mit ihr.“ Dann fällt die Tür ins Schloss. Ich schnappe mir mein Handy und tippe: „Du bist unmöglich Tess!;)“ Schon Sekunden später kommt die Antwort: „Ich weiß;) Du aber auchJ Viel Spaß;).“ Da hat sie wohl Recht. Als mein Blick auf die Uhr fällt, rappele ich mich schnell auf. Schon fast halb acht! Ich werfe einen letzten Blick in den Spiegel und verlasse eilig mein Zimmer. Mom und Henri sitzen im Wohnzimmer. Schnell schleiche ich in die Küche. Auf dem Tisch steht noch eine Packung Kekse. Schnell stopfe ich mir einen in den Mund, achte aber darauf meinen Lippenstift nicht zu verschmieren. Als ich fertig gegessen habe, überprüfe ich schnell den Inhalt meiner Tasche und betrete vorsichtig den Flur.

Als ich die Küchentür hinter mir zu ziehe, ertönt Dads Stimme hinter mir. ,,Wo wollen wir denn hin junges Fräulein?’’. Seufzend drehe ich mich zu ihm um. ,,Ich habe es mit Mom besprochen und sie hat mir die Erlaubnis gegeben.’’ Mein Vater erwidert nichts, starrt mich nur erstaunt an. Ich drängele mich an ihm vorbei und reiße die Haustür auf. Dad kann nicht umhin grinsend ,,Nicht zu viel knutschen!’’ zu rufen. Dann bin ich schon draußen. ,Na super’ denke ich. Jetzt steht er bestimmt beim Fenster wenn ich heimkomme, um den Typen betrachte zu können, der seine Tochter verführt. Ich eile- so schnell es in den Highheels möglich ist- zur nächsten Bushaltestelle. Ich bin keine Minute zu früh, denn der Bus hält gerade an, als ich um die Ecke biege. Mir entgeht der gierige Blick des Fahrers nicht und auch einige Typen pfeifen mir hinter her, als ich mir einen freien Platz suche. Danke Tess! Du hast mich zum Hingucker der ganzen Stadt gemacht! Statt einen Jungen zu beeindrucken, glotzt mir jetzt jedes männliche Wesen hinterher. Glücklicherweise muss ich nicht weit fahren und einige Bushaltestellen später bleibt der Bus vor dem großen Gebäude des Kinos stehen.

Draußen blicke ich mich suchend nach Jasper um, entdecke ihn jedoch nirgends. Ich bin ja sowieso zehn Minuten zu früh hier. Um nicht blöd herum zu stehen, laufe ich gemütlich hin und her. Für einen Abend im Juli, ist nicht viel los in der Stadt. Vereinzelte Leute gehen gestresst an mir vorbei, andere führen ihren Hund aus. Es ist angenehm warm und ich bin Tess dankbar für das luftige Kleid. Es wäre nicht so toll, wenn Jasper mich nachher total verschwitzt vorfindet. Als ich wieder auf die Uhr blicke, zeigt mein Display 2003 an. So jetzt könnte Jasper aber so langsam mal kommen. Wieder und wieder drehe ich meine Runde über den Platz vor dem Kino. So wie ich Jasper kenne, kommt er wahrscheinlich genau sieben Minuten zu spät, ich sollte also nicht jetzt schon ungeduldig werden.

Mein nächster Blick auf die Uhr sagt 2014. So jetzt habe ich aber wirklich lange genug gewartet. Der Himmel verfärbt sich schon dunkelrot beim Untergang der Sonne. Immer weniger Leute laufen an mir vorbei. Doch die Zeit vergeht so langsam. 2017... Er wird noch kommen 2021... bestimmt 2026... Er hat mir einen Korb gegeben! Definitiv! 2027 ,Der hat dich so was von verarscht Violet!’ 2028 ,Wie konntest du nur auf so einen Idioten hereinfallen! 2029 Wenn er um halb neun noch nicht hier ist, verschwinde ich! 2030 Okay jetzt reicht’s! Wütend stapfe ich zurück zur Bushaltestelle. Ich bin den Tränen nahe und so enttäuscht... Ich hatte wirklich gedacht Jasper wäre etwas Besonderes.

Plötzlich fühle ich ein leichtes Vibrieren in meiner Tasche und wühle darin herum bis ich mein Handy erwische. Gebannt blicke ich aufs Display. ,,Jasper ruft an...’’ Schnell wische ich mit dem Finger drüber und nehme das Gespräch an. Ich will mein Handy an mein Ohr halten, doch eine kräftige Hand lässt diese Bewegung nicht zu und legt auf. Verwirrt blicke ich hoch. Vor mir steht ein großer, kräftiger Mann, der mich dämlich angrinst. Er trägt dunkle Kleidung und eine hässliche Narbe erstreckt sich vom mit schwarzen Bart verzierten Kinn bis hin zum linken Ohr. Mir läuft ein Schauer über den Rücken. ,,Hey was soll das!’’ fahre ich ihn wütend an und versuche ihm meine Hand zu entreißen. Doch ich bin nicht stark genug. Sein Griff umschlingt fest meine Hand. Mit der anderen schnappe ich mir mein Handy und stopfe es in meine Tasche. ,,Lassen Sie mich sofort los!’’ befehle ich bestimmt. Ein furchteinflößendes Lachen entweicht dem Mund des Fremden. ,,Okay, wenn Sie’s nicht anders wollen! Heeyyyy!!!’’ brülle ich aus vollem Halse und blicke mich suchend nach jemandem um. Doch es ist niemand in meiner Nähe. Wieder lacht er. ,,Sie sollen mich loslassen!’’ quengele ich. Schließlich habe ich die Nase voll. Ich hole aus und trete dem Mann mit aller Kraft zwischen die Beine. Er schreit auf. Schnell entreiße ich ihm meine Hand und renne los. Na ja renne... schon nach zwei Metern bleibe ich mit meinen hohen Absätzen in einem Spalt stecken. ,,Scheiß’ Schuhe!’’ rufe ich panisch und zerre meinen Fuß frei. Dann renne ich wieder los. Doch ich bin nicht schnell genug. Der Mann hat mich sofort eingeholt und versperrt mir den Weg. Ich drehe mich um und laufe... Doch sein kräftiger Arm umschlingt meine Taille und zerrt mich an sich. ,,Nirgends rennst du hin Süße!’’ flüstert er mir verschwörerisch mit seiner tiefen Stimme zu. Ich schlage um mich, kreische wie am Spieß. Doch vergebens! Ich bin gefangen!... Doch so schnell gebe ich nicht auf. Ich kralle meine Fingernägel in seinen Arm, kratze ihn, kneife zu. Wie ein angeschossenes Tier jault er auf. Ein kräftiger Schlag ins Gesicht lässt ihn zurück taumeln. Ich sprinte Richtung Bushaltestelle. Wieder holt er mich ein. Ich weiß nicht was ich tun soll. Hätte ich bloß nicht diese blöden Schuhe an... Er zerrt mich in eine dunkele, einsame Gasse. Ich schreie mir die Seele aus dem Leib, doch es nützt nichts! Ich werde ihm niemals entkommen...

Als ich nochmals das Vibrieren meines Handys vernehme, fällt mir ein Stein vom Herzen. Vorsichtig lasse ich meine Hand in meine Tasche gleiten und ziehe das Handy daraus hervor. Langsam schiele ich auf das Display. Jasper! Ich nehme das Gespräch an. ,,Violet? Wo bist du?’’, ertönt Jaspers leicht beunruhigte Stimme. ,,Ich,....eh...aua!’’, stammele ich hysterisch. Dann schlägt der Fremde mir das Handy aus der Hand. Klirrend fällt es zu Boden und das Display zerspringt in Millionen Stücke. Dann wird es schwarz. Mit ihm verschwindet meine Hoffnung. Verzweifelt sacke ich in mich zusammen. ,,So meine Süße gibst du jetzt auf?’’, fragt mein Entführer begierig, während seine Hand von meiner Taille über meinen Bauch bis zur Brust wandert. ,,Niemals’’ kreische ich, als seine Hand in meinem Ausschnitt verschwindet. Mit letzter Kraft schlage ich um mich, trete mit den Füßen und brülle aus vollem Halse. Der Mann lässt sich davon nicht beeindrucken und tastet mit seiner Hand weiter zu meinem Rücken hoch. Das darf nicht wahr sein... nein! Was soll ich bloß tun! Ich bin wehrlos... Noch einmal hole ich kräftig aus und schlage meine Hand über meinen Kopf nach hinten. Ich höre ein Knacken und muss mich vor Ekel fast übergeben. War das seine Nase? Meine Finger werden feucht und ich male mir das dunkelrote Blut aus, das daran herunter läuft. Ich würge... ich keuche... und dann nichts mehr. Ich fühle wie ich zu Boden falle und ein dumpfer Schmerz breitet sich in meinem Kopf aus, als ich fest auf der Straße aufschlage. Ich versuche mir sein Gesicht auszumachen, aber meine Augen können nichts fixieren. Das Einzige was ich wahrnehme ist sein Fluchen und Würgen. Ich drehe mich zur Seite und versuche mich hoch zustemmen. Auf einmal muss ich mich erbrechen und mein Körper sackt wieder in sich zusammen. Mein Blick wird trüber und ein lautes Piepsen erfüllt meine Ohren. Das Hämmern hinter meinen Schläfen macht mich komplett verrückt. Ich merke wie ich durchdrehe. Ich hebe meine nasse Hand von meinem Bauch und ein furchtbarer Schmerz lässt mich aufjaulen.

Plötzlich vernehme ich durch das Piepsen Schritte, die sich mir nähern. Nein! Er kommt wieder! Ich kreische los. ,,Nein! Geh’ weg! Fass’ mich nie wieder an! Hör auf! Verschwinde...’’ Jemand sackt neben mir zu Boden und ich höre eine vertraute Stimme. ,,Violet?’’, fragt Jasper außer sich vor Sorge. Ich drehe meinen Kopf in die Richtung aus der die Stimme kommt, sehe jedoch bloß verschwommen. Ich hebe meine verletzte Hand und versuche Jasper zu berühren. ,,Du bist hier...’’, murmele ich ganz verwirrt. Es kommt mir vor wie in einem Traum, einem Albtraum in dem ein Engel zur Rettung eilt... In meinem ganzen Körper fühle ich einen höllischen Schmerz, mein Kopf dröhnt, meine Hand ist gebrochen und meine Kräfte verlassen mich immer mehr. Erleichtert seufzt Jasper auf und ergreift meine schlaffe Hand. Vor Höllenqualen verziehe ich das Gesicht und er lässt sie erschrocken los. ,,Ich bin zu spät... es ist meine Schuld... hätte ich mich nicht vertippt... es sollte neun Uhr sein...’’, macht Jasper sich Vorwürfe und fährt mir vorsichtig übers geschundene Gesicht. Die Berührung lässt mich abrupt in die Wirklichkeit zurück kehren. ,,Ist er weg?!’’, rufe ich plötzlich panisch. Der Gedanke daran, dass der Mann mich wieder anfasst, lässt mich am ganzen Körper zittern. ,,Er liegt ein paar Meter von dir entfernt. Die Polizei ist schon unterwegs... Ich passe auf dich auf.’’ Ich nicke vorsichtig und schließe wieder die Augen. ,,Es tut mir so leid, Violet’’ flüstert Jasper. Als er sich über mich beugt, fällt eine Träne auf mein Gesicht. Er drückt mir einen Kuss auf die Stirn und alles wird still.

 




ageschéckt den: 23:04 Mon, 19 March 2018 vum: Douw Mina

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